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Danach kann ich mich eigentlich nicht mehr genau erinnern wer zuerst kam 🙂

Nächste Patientin mit Thoraxschmerzen traf ein. Sie verstand leider kein Deutsch, aber der Sohn übersetzte. Sie habe seit gestern morgen Schmerzen auf der linken Brusthälfte. Keine Ausstrahlung, keine Atemnot. Ich schreite zum äussersten und untersuche die Patientin. Als ich den Thorax abtaste springt sie mir fast von der Liege. Auf Druck auslösbare Schmerzen sind kein Herzinfarkt oder Lungenembolie. Auch eine Pneumonie halte ich für unwahrscheinlich. Ich Röntge sie trotzdem um eine Fraktur auszuschliessen. Die Bild sieht gut aus. Labor komplett bland. Ich diagnostizierte muskuloskelettale Schmerzen und verordne ihr eine analgetische Therapie.

Zurück zu dem Patienten mit den Thoraxschmerzen/Flankenschmerzen. Mittlerweile ist sein Urinstatus zurück und er wurde geröngt. Alles bland. Ich bin ratlos. Bei der Vorgeschichte Multiples Myelom habe ich ständig die Milz im Hinterkopf. Zudem ist bei dem Patienten links ein Ureter fissus bekannt.  Er braucht eine Sonographie. Diese kann aber erst am Sonntag am Tag gemacht werden. Mein Können reicht dafür nicht aus 🙂 Ich gebe ihm Schmerzmittel mit und entlasse ihn nach Hause. Morgen um 9 Uhr wird die Sonographie gemacht. Falls die Schmerzen schlimmer werden kommt er wieder.

Gerade rechtzeitig fertig mit Entlassen. Der nächste Schockraum rollt an. Unsere Infos: Tracheostomapatient. Tracheostoma verstopft, starke Atemnot. Schleim lässt sich nicht absaugen.

Wieder wird die Anästhesie dazu geholt. Dies ist eindeutig ihr Spielplatz. Mit solchen Atemwegen kenne ich mich nun wirklich nicht aus. Noch nicht. Der Patient trifft ein. Er ist wach und hat sichtlich mühe Luft zu bekommen. Das Tracheostoma hat er seit ca 1/2 Jahr nach Entfernung eines Stimmlippenkarzinoms. In den letzten Tagen häufen sich die Schleimpfropfen. Seine Sättigung ist gerade noch so akzeptabel. Die Rettung mass 88%. Wir saugen ab und verabreichen Ventolin  (Salbutamol) zum Weiten der Atemwege. Ein neues Tracheostoma wird eingeführt. Die Sättigung steigt und der Patient wird langsam ruhiger. Wir fahren auf die IPS. Dort wird eine Inhalation an das Tracheostoma gehängt. Die Sättigung ist wieder im grünen Bereich.

Auf der IPS checke ich noch meine Patientin mit dem hypovolämen Schock. Sie ist mit ihrem Hämoglobinwert schon auf 78g/l angestiegen nach 3 Blutprodukten. Das Noradrenalin läuft noch auf 10y. Ihr Extremitäten sind warm und sie schläft tief und fest.

Zurück auf den Notfall. Die Rettung kündigt sich an mit einem Alkohol-Intox. Oh je! Die Patientin ist jung und nicht sehr auskunftsfreudig. Zum Glück hat sie viel Gepäck dabei und wir finden die nötigen Informationen. Unter anderem Drogenbesteck. Ihr Urin war auch positiv auf Koks und Opiate und sie ist wohl aktuell in einer Entzugstherapie. Da sie langsam aggressiv wird und uns schlägt, kriegt sie grosszügig Midazolam von mir und wird auf die IPS verfrachtet zur Überwachung. Zum Babysitten haben wir keine Zeit.

Ich muss mich nämlich um die junge Patientin kümmern mit der supraventrikulären Tachykardie. Ich freue mich schon aufs Adenosin spritzen. Dummerweise für mich und schön für sie konvertiert sie in den Sinusrythmus nach Eiswasser trinken. Die Valsalva Manöver und die Carotismassage hat nix gebracht aber das Eiswasser. Sie erhält noch ein bisschen Betablocker da sie noch tachykard ist bei 125. Mein Oberarzt will sie in seiner Sprechstunde sehen zur Planung des weiteren Vorgehens. Wir können sie beschwerdearm wieder entlassen. Sie kommt zurück wenn erneute Beschwerden auftreten.

Und dann wurde es langsam ruhig. Ach mist! Ich hatte den Verstorbenen auf dem 4. Stock vergessen! Schnell hoch und den Tod bestätigen bevor die Tagschicht eintrifft. Diese Leichenschau war leicht. Nach 5 Stunden waren schon Totenflecke zu sehen und die Kornea war bereits trüb.

Nun musste noch der Papierkram erledigt werden! Mit einem 3-fachen Kaffee den ich im OP geklaut hatte ging das sehr gut. 😉

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