Schlagwörter

, , , ,

Nachtdienst 4/7

Ich hatte echt nen guten Start in meine Nachtschichtwoche. Als hätte sich die Patienten für diese Nacht aufgespart.

Es find leicht an. 17-jährige Patientin mit einer allergischen Reaktion. Angekündigt wurde es uns als Asthma-Anfall. Beim Eintreffen auf dem Notfall bemerkten wir jedoch den Ausschlag am Oberkörper und die geschwollenen Augen. Wir starteten eine i.v. Therapie mit Steroiden und H1- und H2 Blockern und behielten sie an der Überwachung.

Während ich die „Kleine“ versorgte trafen die „unklaren Brustschmerzen“ ein. Diese stellten sich nach meiner ersten Einschätzung eher als Flankenschmerzen heraus. Die kollikartigen Schmerzen passten auch. Was mich störte: Ich konnte die Schmerzen auf Druck und Klopfen auslösen. Vielleicht hatte sich der Stein ja bereits infiziert. Ich war ein bisschen ratlos. Brauchte einen Urinstatus. Zum Ausschluss potentiell tödlicher Sachen schloss ich noch das ACS mittels EKG und Herzenzymen aus. Es erschien mir schon von Anfang an unwahrscheinlich, aber man weiss ja nie. Ich wurde dann von dem Patienten weggerufen. Die Pflege kam rein „Schockraum in 3 Minuten“

Aus dem Zimmer raus und rein in den Schockraum. Unsere Informationen waren: Blase Patientin, GCS 7, ev. Rhythmusstörung. Die Rettung traf ein. Ein Blick genügte um zu sehen, dass die Patientin in einem sehr schlechten Zustand war. Ein Griff zum Telefon. Mein Oberarzt war im Haus. Die Anästhesie traf auch gleich ein. Wir erhielten die Übergabe der Rettung und schlossen die Patientin an die Überwachung an. Erster Blutdruck 63/48mmHg. Sie war tachykard bei 130. Meine Pflege bemühte sich sofort um einen 2. Zugang. Die Anästhesie legte eine Arterie. Ich machte mich an die Erstuntersuchung. Pupillen reagierten, Extremitäten kalt, die Halsvenen nicht gestaut, 4/6 Systolikum unmöglich die Klappe zu bestimmen, man hörte es überall. Kein Giemen über den Lungen, Thorax hebte sich gleichmässig. Bauch weich, Darmgeräusche vorhanden. Man Oberarzt traf ein. Er kennt die Patientin aus seiner Sprechstunde. Sie hat eine schwere Aortenstenose und sollte operiert werden. Die Anästhesie bemühte sich weiterhin um den Blutdruck. Flüssigkeit reichte nicht und wir begannen mit Noradrenalin aus der Hand bis der Perfusor bereit war. Langsam besserte sich der Blutdruck. Die Arterie war gelegt und ich analysierte die arterielle Blutgasanalyse. Hämoglobinwert 34, sage ich laut in den Schockraum! Nun war das Problem klar. Hypovolämer Schock. Die Patientin wurde auf die Intensivstation verlegt und erhielt im Gesamten 4 ECS. Nachdem der Blutdruck stabilisiert war klarte sie auf. Sie berichtete über schwarten Stuhlgang in den letzten Tagen. Wahrscheinlich war die Ursache für den Blutverlust eine obere gastrointestinale Blutung. Über Nacht hielt sie sich auf der IPS stabil unter 10y Noradrenalin. Am Morgen konnte dieses bereits ausgeschlichen werden.

Es war erst 2 Uhr morgens….

 

Advertisements