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Meine 1.5 Jahre als Chirurgin sind vorbei. Ich bin gleichzeitig traurig und auch erleichtert. Traurig, dass ich es nicht geschafft habe, dass ich nicht das Zeug zur Chirurgin habe. Ich hatte es mit gewünscht. Doch nach einiger Zeit war operieren nur noch ein riesen Stress für mich. Die leitenden Ärzte setzten mich unter Druck. Pushten mich und motzen mich an ohne mal nur eine Minute ins teaching zu investieren. Wie sollte ich etwas perfekt können wenn ich es nur 1 mal gezeigt bekam und ca 2x gemacht hatte. See one, do one, teach one. Das Chirurgen-Moto. Leider nicht ideal für mich.

Auf dem Notfall lernte ich viel! Bekam super feedback und wurde auch gelobt wenn ich etwas gut machte. Auf dem Notfall fühlte ich mich wohl trotz des riesen Workloads. Ich wurde geschätzt und auch gebraucht. Auf der chirurgischen Station hatte ich immer nur das Gefühl alles falsch zu machen. Ein Scheissgefühl.

Wenigstens die Patienten waren zufrieden und zeigten sich immer dankbar für meinen Einsatz. Ich versuchte mir Bestätigung zu holen in Handlungen, die ein Chirurg normalerweise nicht macht. Negativbilanzierung, Blutdruckeinstellungen, Medi-Optimierung, etc…Internistische Tätigkeiten, die so viel für das Wohlbefinden meiner Patienten beitrugen.

Als dann mein Vertrag nicht verlängert wurde, wusste ich, dass es Zeit war die Koffer  zu packen. Nun freue ich mich auf meine 2 Jahre als Internistin.

Der Abschied an meinem letzten Tag viel auch sehr minimalistisch aus. Dei Leitenden und Oberärzte haben kaum noch was gesagt, vom Chef ganz zu schweigen. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ich so schlecht war. Das macht mich echt traurig und nachdenklich. Oder sind Chirurgen einfach so?

Ich versuche mein Glück nun wo anders und halte euch auf dem Laufenden.