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Letzte Woche wurde mir im Tagdienst auf dem Notfall eine mögliche Fingeramputation angekündigt. Ich musste erst mal schlucken. Der Patient war jung, sehr jung! Gerade die Lehre angefangen. Letzte Woche. Nun der Arbeitsunfall.

Der Patient wurde in Begleitung des Chefs eingeliefert. Er hatte starke Schmerzen. Eine Untersuchung war nicht möglich. Also musste eine Leitung her. Nach mehreren Dosen Morphium und Dormicum konnten wir ihm den Arbeitshandschuh ausziehen. Der 2. Finger der rechten Hand, seine dominante Hand, hing nur noch an der Extensorensehne und einem volaren Hautlappen. Wir verständigten sofort den Handchirurgen, welcher heute im Haus war. Das Röntgenbild bestätigte, was man sowieso schon sah. Der Finger war im proximalen Teil des proximalen Phalangen nach dem MCP Gelenk amputiert. Bei Erwachsenen wäre dies eine Amputationsindikation. Dies überraschte mich, den ich fand diese Stelle doch noch sehr proximal. Er wollte es aber wegen dem jungen Alter des Patienten versuchen. Knapp 1.5h nach Amputation war der Junge im OP. Die OP dauerte 440 Minuten.

Am Folgetag verfolgte ich den Verlauf in der elektronischen KG des Patienten und lass die Verlaufe der orthopädischen Assistenten. 2 Tage nach OP wurde die Indikation zur Amputation gestellt, da der Finger doch nicht überlebte. Sehr traurig! Wir haben ihm alle die Daumen gedrückt.