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Heute war es soweit. Die erste schriftliche Prüfung des Schweizerischen Staatsexamens fand statt.

Am Tag davor beendete ich meine Lernerei ca um 18 Uhr. Vielleicht etwas spät, aber ich hatte dazwischen noch Besuch. Meine Eltern kamen zur moralischen Unterstützung mit Kuchen vorbei.🙂 Die Süssen!

Ich nahm mir auch vor früh schlafen zu gehen. Aber ihr kennt das, man kann nicht einschlafen wenn man während der Lernphase immer erst um Mitternacht ins Bett kommt. Ich war zwar müde, doch die Nervosität war dann doch zu gross. Ich schätze dass ich wohl so 4.5 Stunden geschlafen habe, wenn’s hoch kommt.

Um 5.30 klingelte der Wecker. Ich war wach dank Adrenalin. Der Spiegel ist zwar nicht gesprungen als ich reinschaute doch ich sah scheisse aus. Da kann man mit Make up auch nicht mehr viel retten. Die langen Monate (9!) des Lernens hatten ihre Spuren hinterlassen. Ich habe seit mehreren Wochen extrem Haarausfall. Zum Glück hab ich so viele!😉 Nach dem Frühstück (Porridge! What else?) machte ich mich auf den Weg nach Zürich. Mit Musik versuchte ich mich abzulenken (James Arthur!) doch je näher ich der Limmatstadt kam um so mieser gings mir. Ganz schlimm war’s im Tram. Erst die Umarmung meiner Freundinnen konnte mich beruhigen❤

Um 8 Uhr ging’s los (theorethisch). Ich sass ganz oben im Saal. Nach dem Vorgeplänkel-Bla bla durften wir endlich unterschreiben und die Prüfungsbögen öffnen. 150 Fragen, 4.5 Stunden. Erst dachte ich das wäre genügend Zeit doch ich wurde bald eines besseren belehrt.

Schnell merkte ich, dass die Fragen fair gestellt waren und sich auf’s Wesentliche beschränken. Ins Auge stachen die vielen Arbeitsmedizinischen und Sozialmedizinischen Fragen. Ansonsten hatte es eine gute Mischung aus Innerer Medizin, paar wenige Chirurgie-Fragen, Psychiatrie, etwas HNO, Radiologie (!!, die waren scheiss schwer), Pädiatrie, 2 (!) leichte Ophtha-Fragen und eine Prise Derma gewürzt mit Rechtsmedizin.

Von Geburtshilfe, Gynäkologie, Anästhesie, Intensivmedizin oder Neuro war noch nicht viel zu sehen. Das kommt sicher am Donnerstag dran.

Positiv Überrascht wurde ich davon, dass sich unter den Prüfungsfragen so viele Wiederholungen aus unseren Fragesammlungen tummelten. Ich schätze es waren ca. 20 Fragen. Das sparte mir Zeit und rettete meinen Arsch😉

Ich hatte mir ein Zeitmanagement gemacht. Das Frageheft umfasste 72 Seiten. Also wollte ich zur Halbzeit bei Seite 36 sein. Klingt doch logisch oder? Was ich schaues Kind nicht bedacht hatte war, dass man mit der Zeit müde und langsamer wird. Auch hatte ich zwischendurch ein paar Knacknüsse, die mich mehr als 2 Minuten gekostet hatten, so kam ich in Verzug. Ums kurz zu  machen. Ich wurde 2 min vor Schluss fertig. Ich hab echt Blut und Wasser geschwitzt und dachte ich schaffe es nicht mehr. Hat aber Gott sei Dank noch gereicht :)) Das wär doch echt ne doofe Art gewesen durchzufallen. Am Ende war ich am Ende. Sofort setzte Hunger ein was bei mir nach Prüfungen nicht normal ist und mir war etwas schwindelig. So viele Fragen hatten wir noch nie an einer Prüfung. Es war echt anstrengend.

Mein Gefühl? Kann ich nicht sagen, da ich mein Karma nicht verärgern will. Aber ich denke es hätte wohl wesentlich schlimmer kommen können. Nun weiss ich wie der Hasse läuft und kann am Donnerstage etwas ruhiger in die zweite Runde starten.🙂