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Vor ein paar Wochen nahm ich an den Kursen der Medifactory teil. Da kann man Sachen wie Blutentnahme oder Nähen lernen. Ich hatte mich für zwei Kurse entschieden. Blutentnahme und Infusionsstechnik. Mein Studium sieht nämlich nicht vor, dass wir das irgendwann mal lernen würden. Und ich hatte keine Lust nächstes Jahr meine Unterassistenz zu beginnen ohne grundlegende Dinge wie Blut abnehmen zu können. Für meine 2 Monate auf der Anästhesie fand ich es sinnvoll auch noch den Infusionenkurs zu belegen.

Das ganze fand an einem Samstag in der Uni statt und war natürlich nicht gratis. Hey wir sind in der Schweiz, da ist nix gratis. Ich hab also 100Fr. hingeblättert um mir ein paar Fertigkeiten anzueignen.

Zuerst war der Blutentnahmekurs dran. Der war ziemlich gut besucht und ich traf noch einen Mitstudenten den ich kannte. An einem Mann zu üben ist einfach besser. Die haben viel schönere Venen. 🙂 Nachdem die Kursleiterin eine Einführung gegeben hatte durften wir auch schon aufeinander los. Ich durfte erst an ihm probieren. Ich entschied mich dafür kein Mitleid mit ihm zu haben und die ganze Prozedur in einem Rutsch durchzuführen. Ich kündigte den Stich an und stach dann auch sofort zu. So ging es schnell und tat ihm nicht so weh. Ich traf sogar und nahm ihm ein paar Milliliter Blut ab. Ich fand es super, dass ich gleich beim ersten Mal getroffen hatte 🙂 Nun durfte er probieren. Ich bin anscheinend etwas schwierig, denn er traf mehr als 4mal nicht. Er stach sehr zaghaft und einmal „rutschte“ die Nadel wieder raus und schlitzte mir die Haut auf. Er hatte also  nur knapp die Haut durchstochen. Das tat etwas weh. Wir wechselten dann die Partner und er konnte mal an einem Mann ausprobieren. Ich nahm mir seine Kollegin vor. Ein Mädel. Ich sah die Vene nicht spürte sie aber unter meinem Finger federn. Stach im gleichen Winkel wie vorher und es klappte wieder. Ich hielt ihr dann auch noch meine Arme hin doch es klappte leider wieder nicht. Böse Venen 🙂

Am Nachmittag gings weiter mit dem Kurs über Infusionstechnik. Wir hatten coole Kursleiter. Zwei Anästhesiepfleger. Zuerst gab es eine Einführung in Materialkunde. Sind es doch ein paar Dinge mehr die man für eine Infusion braucht. Zuerst bereiteten alle ihre Infusionsbeutel vor. Wir hatten noch altes Besteck und so konnte man leicht Luft ansaugen wenn man nicht aufpasst. Um einen Menschen umzubringen müsste man aber das ganze Volumen eines Schlauches in die Vene des Patienten infundieren. Ein zwei Luftblasen machen nix. Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen waren gings ans Stechen. Ich durfte wieder zuerst, wieder an nem Mann. Ich stach, es kam Blut, schob die Nadel mit Schlauch noch 3mm vor und zog die Nadel dann teilweise zurück. Nun wurde der Schlauch bis an den Anschlag in die Vene gelegt. Geschafft! Alles schön ankleben, Nadel vollständig rausziehen und die Infusion anschliessen. Klingt total easy, war es aber nicht ganz. Vor allem den Schlauch ganz in die Vene schieben brennt schon etwas. Das durfte ich später selber erfahren 🙂 Als er dann an mir stach klappte es drei mal nicht, beim vierten mal erwischte er die Vene und wir dachten schon es hätte geklappt, aber irgendwie durchstach er die Vene doch noch und die Infusion lief mir ins Gewebe. Ich bemerkte es als sich direkt hinter der Infusion ein riesiger Knubbel zu bilden begann. Wir zogen die Infusion dann gleich wieder raus, aber der Knubbel war erst nach 1 Woche komplett weg 🙂 Tat aber nicht so weh.

Fazit des Kurses: Er war sein Geld wert! Die Kursleiter waren kompetent und die Teilnehmer nicht wehleidig. Und man lernte wieder Leute aus anderen Studienjahren und sogar von anderen Unis kennen. Mein Hausarzt erzählte mir mal, dass sie sich im Studium sogar gegenseitig Magensonden gelegt hätten…..für so einen Kurs würde ich mich wohl ehr nicht anmelden 🙂

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