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Ja ich hänge wieder mal beim Hausarzt rum^^ Dieses Semester heisst die Veranstaltung nicht Einzeltutoriat sondern Grundversorgerkurs! Einzige Änderung: Ich bin nicht mehr allein sondern hab einen Mitstudenten dabei. Zusammen wurden wir einer Gruppenpraxis in Zürich zugeteilt. Ich war echt gespannt was für eine Art Praxis es dieses mal sein würde. Das Haus aussen sah sehr modern aus. Hightech Praxis? Innen sah es schon etwas moderner aus als die Praxis meines anderen Hausarztes. Was den Schnick-Schnack anbelangt, ähnelten sich die Praxen sehr. Es hat auch viel Spielzeug für die Kinder, das überall rumliegt^^

Ich wurde herzlich empfangen, obwohl ich zu spät war^^ und bekam gleich einen Kaffee vorgesetzt. Das Team setzt sich aus zwei Allgemeinmedizinern und einem Assistenten, zwei MPAS und einer Administrations-Frau zusammen. Leider hatte ich kaum Zeit meinen Kaffee zu trinken, denn es ging auch gleich los.

Der „ältere“ Doc hat auch eine Ausbildung in Manualmedizin und so waren die beiden ersten kleinen Patienten ehemalige „Schiefhals“patienten, die zur Kontrolle kamen. Wir lernten wichtige Punkte über die Therapie des Schiefhalses. Z.B. das man immer erste in Röntgenbild anfertigen muss bevor man manuell etwas manipuliert. Es könnte ja eine Blockwirbelsituation in der HWS vorliegen oder eine Aplasie. In diesen Fällen würde man mit „Knacksen“ garn nichts erreichen sondern die Situtation nur noch verschärfen. Die Kinder waren aber mehr oder weniger ok. Das Mädel hatte ein leichte Blockierung und der Doc knackte ihr den Hals. Sofort war die Kopfrotation wieder freier.

Die nächste Patientin klagte über Rückenschmerzen. Wir konnten das Punctum maximum über dem L5er lokalisieren. Sensibilität in den Beinen und Füssen war überall gut. Der Schmerz strahlte auch nicht extrem aus. Mein erster Gedanke war eine Kompressionsfraktur. Der Doc entschied sich dann auch dafür ein Röntgenbild zu machen. Wir durften beim Röntgen zusehn. Becken und LWS wurden von vorne geröntgt und die LWS zusätzlich von der Seite. Auf der Seitenaufnahme konnte man leichte Veränderungen am Wirbel erkennen, aber ob dies den Schmerz auslösst war nicht bestimmbar. Die Dame wurde dann zum MRI überwiesen.

Dann wurde ich vom zweiten Doc zu einer Patientin geholt, die etwas schwierig war. Sie hatte Hemmungen das Top auszuziehn als die MPA sie ans EKG anschloss. Sie klagte über Herzschmerzen bzw.ein drückendes Gefühl in der Brust. Während sie am EKG hing ging der Doc mit mir im Zimmer nebenan die Differentialdiagnosen durch. Lunge und Herz, mein Spezialgebiet -.-  Bei ihr lief es aber darauf hinaus, dass es psychosomatische Schmerzen sind. Das EKG war tip top und auch alle anderen Untersuchungen ohne Befund.

Eine weitere Patientin kam mit Ellenbogenschmerzen. Doc: „Was seht ihr?“ Ich: „Es ist rot und geschwollen“ Ich fasse an „und heiss“  Doc: „und Schmerzen hat sie auch also hab ich hier..?“ Wir: „Eine Entzündung!“ Doc: „Genau und was für eine?“ Studikollege: „Eine Bursitits“

Ich sagte Epikondylitis, aber die ist ja nicht infiziert geschweige den rot oder warm. Passiert mir nicht mehr der Fehler. Dann fragte er uns aus über den Erreger. Doc: „Was könnte es sein?“ Ich: „Hautkeime“ Doc: „Welche?“ Da musste ich kurz überlegen „Streptokokken“ Doc: „Genau, und weiter?“ Ich: „Staphylokokken“ Doc: „Genau, und was ist das Problem bei Staphylokokken?“ Ich: „Die Methicilin-Resistenz“ Doc: „und warum bist du bei Frauen sonst noch vorsichtig mit AB?“ Ich: „Wegen der Vaginalflora“ Doc: „und wie heisst die?“ Ich: „ähhh….das weiss ich nicht.“

Ok für alle da draussen zum mitschreiben. Die Vaginalflora einer Frau heisst „Döderlein-Flora“ Tja, das vergesse ich sicher auch nicht mehr^^

Am Schluss des Tages durften wir noch bei einem Schwangerschaftsultraschall zuschauen. Die Frau war in der 12 Woche. Gemessen wurden Scheitelsteisslänge also die Grösse des Babys und die Nackentransparenz. Ein Mass für das Risiko der Trisomie 21. Wenn die Nackentransparenz unter 2.5mm bleibt, ist das Risiko klein.

Ihr seht, das ist eine total andere Praxis als ich vorher war. Die Docs machen auch kleinere Eingriffe wie Vasekomien etc. Ausserdem haben sie ein HNO Zimmer und betreiben Manualtherapie. Eine schöne bunte Mischung! Dort werden wir sicher noch viel sehn. Der nächste Termin ist in zwei Wochen.🙂