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Ich bin euch natürlich noch den letzten Bericht des Hausarztpraktikums schuldig.

Der Doc macht immer am Donnerstag Hausbesuche und den Altersheimbesuch. Am Morgen ist die Praxis aber noch für die „normalen“ Patienten offen. An diesem Donnerstagmorgen war nicht sooooo viel los. Ein paar Kontrollen und übliche Sachen wie Erkältungen etc.

Um 11 Uhr packten wir die Sachen zusammen und fuhren ins Altersheim. Dort warteten auch schon drei Patienten auf uns. Während der Fahrt durchs Dorf winkten die Passanten dem Doc im Auto zu, was ich ziemlich cool fand^^ Er wird im Dorf echt geschätzt.

Im Altersheim angekommen gings erstmal in den ersten Stock wo sich das Arztzimmer befindet. Aber wirklich viele Gerätschaften oder Untersuchungsmaterial hat es dort trotzdem nicht. Der Doc hat eigentlich alles dabei. Arzttasche und Quick-Messgerät. Jeder Patient hat eine Schwester von seiner Station dabei, die dem Doc erzählt was den das Problem sei. Dieses Mal waren es nur Quickkontrollen. Der Doc machte die erste Kontrolle selber und zeigte mir genau wie es geht. Dann durfte ich den nächsten Quick selber machen. Ich hatte etwas Skrupel dem alten Herrn das Blut aus den Fingern zu quetschen und irgendwie saugte die Kapillare das Blut nicht auf. Wir mussten dann eine neue nehmen, da es in der Mitte geronnen war und das Blut deshalb nicht mehr ansaugte. Mit der neuen Kapillare klappte es dann einwandfrei und ich konnte das Blut auf den Teststreifen im Quick-Messgerät übertragen. Alles bestens und somit wurde der Patient mit seiner Pflegerin entlassen.

Nach dem Altersheim standen noch zwei Hausbesuche auf dem Programm. Der erste war eine ältere Dame, die einen Schlaganfall hatte und davon eine Halbseitenlähmung davontrug. Sie wohnte eine Zeit lang im Altersheim konnte dann aber wieder  nach Hause. Sie meistert den Alltag sehr gut und durch die Bewegung mit dem Rolator verschwanden auch ihre Ödeme in den Beinen. Der Doc liess mich wieder den Quick messen. Währenddessen plauderte er nett mit der Patientin und erkundigte sich nach ihrem Tagesablauf und ob sie noch das Essen geliefert bekäme. Auch für mich interessierte sie sich und fragte ob ich mal „Frau Doktor“ werden will^^ So süss!

Der letzte Hausbesuchspatient war ein ehemaliger Tierarzt. Wir platzen gerade ins Mittagessen rein. Die Spitex öffnete uns die Tür. Wieder durfte ich den Quick messen. Dabei bemerkten wir dass wir gar keine Kapillaren mehr hatten. Schön blöd! Der Doc nervte sich etwas über die MPAs weil sie die Tasche nicht aufgefüllt hatten. So tröpfelten wir das Blut direkt auf den Teststreifen ins Gerät. Etwas unkonventionell, aber es hat bestens funktioniert^^ Der Wert war ok und wir verabschiedeten uns wieder.

Mit dem Auto ging’s zurück zur Praxis. Der Doc war etwas überrascht als ich ihm sagte, dass es der letzte Tag gewesen war. Die sechs Termine waren wirklich schnell rum. Aber er bot mir an doch mal wieder vorbeizukommen. Wenn ich im nächsten Semester mit den Praktika nicht so viel zu tun hab mach ich das vielleicht sogar. Er wünschte mir noch Glück für die Prüfung und meinte, dass schaffe ich locker! So locker war’s dann ja nicht, aber hat trotzdem gereicht. Zu seiner Zeit warfen sie halt noch keine Studis raus. Aber ich denke er war sicher super als Student…ich muss mich einfach noch mehr anstrengen.

Das war also mein Hausarztpraktikum bzw. das Einzeltutoriat. Nächstes Semster hab ich auch nochmal Grundversorgerpraktikum aber da wird mir der Hausarzt zugeteilt und es sind mehrer Studenten. Mal schauen ob das auch so cool wird wie beim Doc!^^