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Auch diesem Mal war es wieder sehr interessant! Die Sinusitis-Zeit schien vorbei zu sein^^

An diesem Nachmittag erlebte ich das erste Mal einen Fall von häuslicher Gewalt. Es ist erschreckend zu sehn was sich Menschen antun können. Die MPA kam rein und kündigte die Notfall-Patientin an. Sie war ein bekannter Gast in der Praxis vom Doc und er ist schon seit längerem auf der Hut. Die MPA berichtete das die Hand grotesk aufgeschwollen sei und auch der Unterarm extrem geschwollen wäre. Sie machte ein Röntgenbild. Ich hab so etwas noch nie gesehn. Die Handwurzelknochen sahen total vermatscht aus. Man konnte sie schon noch erkennen, aber sie waren ineinander geschoben. Der Radius und die Ulna waren ausgerenkt und das Daumensattelgelenk war irgendwie auch nicht mehr am richtigen Ort. Der Doc rief gleich auf der Notfallstation des nahgelegenen Krankenhauses an um die Patientin zu überweisen. Auch die Chiurgie wurde informiert. Das hier eine Operation nötig sein wird seh sogar ich. Zu der Patientin kann ich sagen, dass es eine alte Dame mit Alzheimer ist. Sie wird daheim betreut und ihre Kinder gehen nicht sehr nett mit ihr um. Der Doc musste ihr schon eine Platzwunde am Kopf nähen und sie hat immer wieder Brüche. Auch Nachbarn beobachteten schon den sehr rauen Umgang mit der alten Dame. Beim aktuellen Fall war besonders schlimm, dass sich die Hand schon seit drei Tagen in diesem Zustand befand und die eine Tochter nichts unternommen hat. Erst als der Sohn heimkam und die Mutter so fand griff er ein. Aber auch er begriff nicht wie schlimm es war. Als die Wörter Notaufnahme und OP fielen schauten sie uns verständnisslos an. Die alte Dame wimmerte nur vor sich hin. Der Doc informierte dann auch gleich die Führsorge, welche schon ein Auge auf die Familie geworfen hatte. Als ich fragte wie er kontrolliert ob sie auch wirklich in die Notaufnahme fahren, meinte er, er rufe später noch mal an. Fand ich echt gut von ihm!^^

Ein weitere spannender Fall war die Frau mit der „geschwollenen Zunge“. Sie berichtete, dass sie jetzt schon seit einer Woche so „Pickel“ auf der Zunge hätte und die gehen nicht weg. Als wir reinschauten erkannte ich sie sofort. Die Geschmackspapillen waren enorm vergrössert. Man konnte sie von blosem Auge genau erkennen. Sie taten der Frau nicht weh, aber es störte sie doch enorm. Der Doc meinte, dass es eine Überreaktion sei, wahrscheinlich auf irgend etwas was sie gegessen hatte.

An diesem Nachmittag war ich diagnostisch voll auf der Höhe^^ Ein junger Mann kam notfallmässig in die Praxis mit Bauchschmerzen. Er erzählte ,dass er im Turnunterricht drei Mal Koliken gehabt hätte und zeigte auf den Oberbauch. Der junge Mann ist Fussballer und trainiert viel. Boah ihr hättet die Bauchmuskeln sehn sollen! Sixpack!!!^^ Der Doc meinte erst es wär ne Zerrung, aber bei genauerem Untersuchen kamen wir drauf und ich bekam meinen Verdacht bestätigt. Der Doc tastete ihn ab und lösste unter dem rechten Rippenbogen die grösste Schmerzsensation aus. Er guckt mich an und fragt was es sein könnte. Ich sage „Cholecystitis – Gallenbalsenentzündung“ Er  nickt und schnappt sich den Ultraschall. Viola! Um die Gallenblase rum leuchtet es uns schön weiss entgegen. Eindeutig, Gallenblasenentzündung. Als ich nachfragte ob er den was fettiges gegessen hatte schilderte er uns sein üppiges Menü vom Vorabend^^ Der Patient wusste auch nicht was eine Gallenblase ist und ich habs ihm dann erklärt. Wichtig ist, dass man gleich am Anfang sagt, dass es nichts schlimmes ist. Man kann den Patienten dann die Erleichterung genau am Gesicht ansehen.

An diesem Nachmittag hatten wir viele Patienten, die nicht genau verstanden hatten, was der Doc ihnen erklärte. Da ich da war, hab ich versucht den Patienten mit einfachen Worten, Vergleichen und Zeichnungen zu erklären wo im Körper denn was nicht stimmte. Das hat mir echt gefallen. Man gibt den Patienten ein Stück Sicherheit zurück und hat auch selber das Gefühl was sinnvolles gemacht zu haben.

Und eine gute Neuigkeit hab ich auch noch zu verkünden^^ Ich kann jetzt Blutdruck messen! *Fanfaren ertönen* Das letzte mal war ich ja total unfähig! Ich dachte schon ich müsste Krankenschwester werden, nein halt, das hätte ja auch nicht geklappt, da die auch immer Blutdruck messen müssen^^ Aber dieses Mal gings. Ist wohl auch so eine Übungssache^^

Zur Masterarbeit hab ich auch noch News. Ich durfte bei 175 Patienten stoppen. Juhu! Nun habe ich mit den Messungen begonnen. Mal schauen wie lange ich dafür brauche. Wenn ich das geschafft hab bin ich mit dem grössten Stück fertig.