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Bald ist es leider auch in der Schweiz soweit. Die diagnosis related groups (Fallkostenpauschalen) kurz DRGs sollen eingeführt werden.
Wir als zukünftige Ärztinnen und Ärzt sind mit vielen Punkten nicht einverstanden, deshalb fordern wir folgende Punkte zu klären bevor die DRGs eingeführt werden. Es braucht ein DRG Moratorium.
  • Die Versorgungssicherheit aller Patientinnen und Patienten muss gewährleistet sein.
  • Der Datenschutz darf nicht angetastet werden.
  • Die Aus- und Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten sowie des gesamten Gesundheitspersonals muss sichergestellt und finanziert sein.
  • Die Arbeitsbedingungen des gesamten Gesundheitspersonals und damit die Qualität der medizinischen und pflegerischen Leistungen dürfen nicht verschlechtert werden. Die verschiedenen Spitaltypen und die regionalen Lohn- und Kostenstrukturen müssen gebührend berücksichtigt werden. In der Pflege ist der Effizienzdruck besonders gross (in Deutschland fielen seit der DRG-Einführung 30’000 Vollzeitstellen zum Opfer).
  • Die Auswirkungen auf die vor- und nachgelagerten Bereiche (z.B. Hausärztinnen und Hausärzte, Pflegeinstitutionen, Spitex, Rehabilitation- insbesondere Neurorehabilitation) müssen bekannt sein. Es darf keine unkontrollierte Verschiebung der Gesundheitskosten in den ambulanten Bereich mit entsprechender Prämienerhöhung stattfinden.
  • Schwierig standardisierbare Bereiche wie die Pädiatrie, seltene Krankheiten und die Behandlung von polymorbiden Patientinnen müssen vom DRG-System ausgenommen und sinnvoll geregelt werden.
  • Es muss klar sein, wie die immer wichtiger werdenden psychosozialen Aspekte angemessen berücksichtigt werden können.
  • Die Kosten, welche die gesamtschweizerische Einführung von DRG verursachen, wie Investitionen in den steigenden Verwaltungsapparat und wiederkehrende Betriebskosten für Kodierung, Kontrollen und Korrekturen müssen transparent geregelt sein und dürfen nicht zu Lasten der direkten Patientenversorgung gehen.
  • Die herrschenden vielen Unklarheiten und Unsicherheiten bezüglich Einbezug derInvestitionskosten müssen beseitigt und frühzeitig und realistisch geklärt werden.
  • Für die definitive Preissetzung (Baserate) müssen die Kriterien klar und transparent festgelegt sein.
  • Alle Leistungserbringer – auch Versorger im ambulanten Bereich – müssen in die Umsetzungsarbeiten einbezogen werden.
  • Die Begleitforschung muss ein bis zwei Jahre vor Einführung der flächendeckenden Anwendung von DRG in der Schweiz einsetzen.

Helft alle mit um das DRG-Moratorium zu unterstützen. Unterzeichnet die Petition auf www.drg-moratorium.ch und nehmt am Montag 13.12.2010 um 7.45 Uhr am Flashmob vor dem Rathaus in Zürich teil. Weissen Kittel mitbringen.