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30. Juni, 8.23 Uhr. Ich lief vor dem Präpsaal auf und ab. Ich war ein nervöses Wrack! Aber ich wusste, dass ich mich beruhigen musste, denn sonst würde ich es nicht packen. Langsam beruhigte ich mich. Dann ging die Tür auf und ich wurde hereingerufen. Als ich durch die Tür tratt, war die Nervosität weg! Keine Ahnung wie ich das geschafft hatte. Der Prof lief schnellen Schrittes durch den ganzen Saal der mit grossen Trennwänden in zwei Teile unterteilt wurde. So konnte auf jeder Seite ein Student geprüft werden. Mein erster Tisch war der In Situ Tisch. Eine Leiche mit super präpariertem Thorax, der noch offen war und super präpariertem Abdomen, dass noch verschlossen war. Der Prof legte die Brustwand zurück auf die Leiche und öffnete das Abdomen in dem er die Rektusscheide aufklappte. Meine erste Frage lautete „Was ist das?“ und zeigte auf die Rektusscheide. Er meinte aber den weissen Abschnitt der sofort ins Auge fiel. Erst dachte ich es wär die Faszie, die den Boden der Rektusscheide bildet. Ich kam nicht gleich drauf und so begann ich den Aufbau der Rektusscheide zu erklären und am Ende konnte ich die Frage auf beantworten. Es war die Aponeurose des M.obliquus internus abdominis, der seine Aponeurose oberhalb der Linea arquata in ein unteres Blatt und ein oberes Blatt aufteilt. Dann musste ich noch die Muskeln der Bauchwand aufzählen und sie mit der Pinzette zeigen. Sehr lustig war der Assistent der als Sekretär dabei war. Er war mal Assi an meinem Präptisch und hat auch das erste Testat abgenommen, wo ich nix wusste, weil ich so nervös war. Als ich mit meinen Erklärungen begann stand er hinter dem Prof, dass dieser ihn nicht sehn konnte und nickte jedesmal wild wenn ich etwas sagte. Das lockerte mich etwas auf und ich fasste mehr Selbstvertrauen. So brachte ich den ersten Tisch souverän hinter mich. Ein super Start.

Dann gings zum zweiten Tisch. Der Tisch mit den Transversalschnitten. Shit! Aber er gab mir den Th4 Schnitt. Von diesem Schnitt sind die Profs Fan! Das besondere daran ist die Aufteilung der Trachea in die Bronchien auf der Höhe Th4. Ich zeigte die Aorta ascendens, descendens, die Vena cava superior (ich hab inferior gesagt, so blöd!) , den Ösophagus (mein Feind aus der Histo, hier hat er mich nicht fertig gemacht) und die Lungen. Leider verwechselte ich die Lappen (superior und inferior) und die Fissura obliqua benannte ich nicht sofort weil ich  mir noch überlegte ob es nicht die horizontalis sein könnte, dabei kommt die nur rechts vor! So doof!) An dem Tisch hab ich ein paar blöde kleine Fehler gemacht, aber so schlimm wars nicht, denke ich^^

Dann gings zu Tisch 3. Ui, da hab ich voll versagt! Es war der Tisch mit den Inneren Organen. Aber was tut er? Er gibt mir die Milz! Danke! Das einzige Organ, welches ich nicht so gut angeschaut hatte. Ich konnte noch beantworten, dass das die Milz ist und dann war Schluss^^ Ich wusste die Rippe nicht, die den Abdruck macht und hab gesagt sie liegt vorne im Oberbauch als hinten^^ Die Seiten konnte ich auch nicht in situ einordnen. Also die Milz hat nicht so gut geklappt^^

Dann der vierte Tisch! Der ZNS-Tisch. Wir laufen drauf zu und ich seh den kleinen Holzkasten mit dem Circulus arteriosus willisi schon von weitem. Am Tisch angekommen schiebt mir der Prof meine Königsdisziplin entgegen. „Ich gebe ihnen das! Was ist das?“ „Der Circulus arteriosus willisi“ antwortete ich wie aus der Kanone geschossen. Dann zeigte ich entspannt die Arterien welche aus der A.carotis interna den schönen Circulus bilden. Das Problem bei dem Ding ist die A.cerebri media, die eine Endarterie darstellt und in der die Thrombosen stecken bleiben wenn man einen Schlaganfall hat. Er wollte aber die Versorgung der A. cerebri anterior wissen. Ich antwortete das sie den Frontallappen eher medial als lateral versorgt was auch stimmte, war dann aber unsicher ob sie den ganzen Parietallappen versorgt. (sie tut es! Aber eben hauptsächlich medial). Am ZNS Tisch hätte ich nichts besseres erwischen können^^

Und weiter gings zum fünften Tisch. Darauf lag ein Thorax mit nem halben Arm dran. Und dem schönsten präparierten Plexus brachialis den ich je gesehn hatte. (Also diese Präparate waren wirklich super!) Erst musste ich den Nervus medianus zeigen. Dann wollte er wissen welches der erste Muskel ist, der vom N.musculocutaneus versorgt wird? Öhm….also der M.biceps brachi wird von dem versorgt, aber den ersten wusste ich nicht. Ich nannte zwar den M. coracobrachialis fand dann aber den blöden Processus coracoideus nicht sofort. Der abgeschnittene M.pectoralis minor hätte mir ein Hinweis sein sollen…aber in der Hektik, erkannte ich den nicht sofort. Der Prof klärte mich dann auf. Am Schluss musste ich noch den N.ulnaris zeigen. Nach kurzem überlegen schaffte ich auch das.

Dann gings zum sechsten und letzten Tisch. Ich dachte mich trifft der Schlag. Nochmal Transversalschnitte! Diesmal von den Extremitäten. Er schob mir eine Schnittserie hin in der ich zwei Knochen erkennen konnte. Ok entweder Unterarm oder Unterschenkel. Die Chance lag 50:50^^ Ich sagte Unterarm, natürlich wars Unteschenkel. Aber ich merkte es dann als der Prof mich fragte ob beim Unterarm der grosse Knochen auch so nahe an der Haut liegt? Natürlich nicht. Das war die Tibia und somit war’s Unterschenkel. Dann fragte er mich noch die einzelnen Muskelgruppen und was die machen. Fibularis Gruppe, Extensoren und Flexoren. War auch kein Problem. Nur mit den Gefässen hatte ich etwas Mühe. Und dann wars auch schon vorbei!!

Fazit der Anatomie-Prüfung. Ich hatte ein Riesenglück! Die hätten mich soviel fragen können und ich hätte keine Ahnung gehabt. Aber er fragte mich genau die Dinge, die ich wusste. 10kg leichter verliess ich den Saal in Richtung Ferien!