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Ich war eigentlich nie so schlecht in Biochemie. Durch mein Biostudium hatte ich auch schon wesentlich mehr Laborerfahrung als meine Kommilitonen. Ich wollte in der Biochemie-Labor-Prüfung einfach gut sein. Ein persönliches Ziel, dass ich mir gesteckt hatte. Natürlich kams wieder auf das Los an. Aber da ich in Histologie schon Pech gehabt hatte, konnte es nur gut kommen. Das Karma schuldete mir etwas. Gut vorbereitet ging ich zur Prüfung, jeden Versuch im Kopf und auch noch etwas Theorie gelernt von PCR, ELISA oder Western Blot. Durch den Austausch mit anderen Studis wusste ich auch ungefähr zu welchem Versuch welche Frage gestellt wurde, so konnte ich sie schon im Voraus vorbereiten.

Ich betrat das Labor und die nette Assistentin begrüsste mich. Nachdem ich den Kittel angezogen hatte hielt sie mir auch schon die Lose vor die Nase. „Keine Angst, Los Nr. 3 ist nicht dabei“ Aha! Los 3 war nämlich die schwierige alkalische Phosphatase-Bestimmung mit Michealis Menten Kinetik. Ich hätts zwar gekonnt, aber auf die Auswertung war ich echt nicht scharf. Ich zog und erwischte GPT/ALAT und Bradford! Ein Traum-Los!

GPT/ALAT (Glutamat Pyruvat – Transaminase / Alanin-Aminotransferase. Dabei handelt es sich um ein Enzym, dass in grosser Konzentration in der Leber vorkommt, aber auch im Herzmuskel und in den Skelettmuskeln. Es gelangt nur in den Kreislauf wenn diese Organe beschädigt werden. z.B. bei Hepatitis. In der Klinik ist es ein Leberfunktionswert. Ich hatte zwei Seren, die ich analysieren musste. Der Versuch ist einfach. Man mischt alle Reagenzien zusammen und gibt dann das Serum dazu. Befindet sich im Serum GPT erfolgt eine Reaktion die NADH zu NAD abbau, dass kann dann im Photometer gemesen werden. Meine Messungen waren korrekt. Nur beim Ausrechnen passierte mir ein dummer Fehler. Ich vergas eine Nullstelle und so verzog es mir den ganzen Wert. Der Biochemie-Prof sah, dass nur ein einziger Wert von über 40 Werten falsch war und ich denke es ist nicht so tragisch. Der Rest war korrekt.

Der zweite Versuch war die Eisweisbestimmung nach Bradford. Auch sehr einfach. Mann muss am Anfang die zwei Seren 1:1000 verdünnen (war ne schöne Sauerei! Ich hatte den Trichter nicht so im Griff und es lief immer etwas NaCl daneben^^ zum Glück hatte ich genug). Die Verdünnungen werden mit dem Bradford-Reaktiv gemischt. Es enthält Commasie-Blau, welches an die hydrophoben Bereiche der Proteine bindet, so verschiebt sich die Absorption und das Gemisch wird blau, was im Photometer gemessen werden kann. Diese Messungen waren auch alle korrekt. Ich musste eine Standardgerade erstellen und konnte dann die Proteinmenge an der Kurve ablesen. Beide Werte waren plus minus im Rahmen. Die beiden Profs waren zufrieden.

Dann musste ich noch die Eisenmessung erklären und ein paar Fragen zu den Versuchen. Die Reaktionsgleichungen hatte ich schon notiert und konnte nur noch zusehn wie der Prof ein Häckchen nach dem anderen setzte. Echt super!^^

Ich bin sehr zufrieden mit der Biochemie-Prüfung! Es ärgerte mich etwas, dass ich diese zwei blöden Fehler gemacht hatte sonst wär alles perfekt gewesen. Hier bin ich echt auf die Note gespannt!

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