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Ich hab ja ganz vergessen vom BLS-Kurs zu berichten, den wir am letzten Montag hatten.

Um 14 Uhr mussten wir im Kantonspital Fribourg sein. Wir gingen zu Fuss und es war mega warm. Oben angekommen war ich total verschwitzt.🙂

Den Kurs leitete ein Anesthesist, der früher REGA geflogen war und  nun beim BAG (Bundesamt für Gesundheit) arbeitet. Quasi meine Traumkarriere mit Ausnahme des BAG ^.^

Als erstes mussten wir unsere Erfahrungen mit Notfallmedizin berichten. Ich hab ausser meinem 7 Jahre alten Nothelferkurs und Schmidrütti nicht viel vorzulegen. Die anderen hatten das aber auch nicht mit Ausnahme von J, der schon im Militär Rettungssani (oder so) war.

Als erstes kam natürlich das ABCD dran. A = Airway, B = Breathing C = Circulation D = Defibrilation. Dies wurde so lange geübt, bis wir es im Schlaf aufsagen konnten. Der Kursleiter versicherte uns aber, dass wir es am nächsten Montag zur Hälfte vergessen haben werden. Tolle Aussichten🙂

Dann durften wir uns die Puppe vornehmen. Ein armes Kerlchen. Hat nicht mal Beine ^^ Bei diesem Puppen-Typ konnte man eine kleinen „Bildschirm“ hochklappen, der einem anzeigte ob man zu viel oder zu wenig beatmete und ob die Kompression des Thorax stark genug ist. Erst wurde uns der Umgang mit der Pocketmask erklärt. Ich sollte mir wohl auch mal so ein Teil zulegen, aber ob man es dann im Notfall auch wirklich dabei  hat? Als Frau hat man einfach zu viele Taschen^^

Nach dem alle es geschafft hatten die Puppe zu beatmen. Lernten wir die genaue Abmessung des Druckpunkts. Das es viele Methoden gibt beschränkten wir uns auf eine. Mit beiden Händen teilt man das Sternum in zwei Hälften und setzt unmittelbar nach der Mitte mit dem Handballen auf. Die genau Position des Druckpunktes ist extrem wichtig, was mir vorher auch nicht so bewusst war. Setzt man falsch an, kann man alles mögliche verletzen. Sternum kann brechen, Rippen brechen, Innere Organe können verletzt werden etc…scary!^^

Anfangs war ich ziemlich zaghaft und dachte ich drücke zu stark, dabei war es zu wenig. Die richtige Position hatte ich sehr schnell drauf. Nahe am Patienten, Schultern senkrecht über dem Thorax, Arme gestreckt und die Bewegung kommt eigentlich aus der Hüfte. Man muss aufpassen, dass man nicht ruckartig drückt weil das zu einer ineffizienten Kompression und zu Frakturen führt. Auch muss man aufpassen, dass man nach einer Kompression wieder vollständig entlastet, da sonst der intrathorakale Druck steigt und die Vena cava komprimiert, was den venösen Rückfluss behindert. Das Herz erhält zu wenig Blut.

Nach mehr als einer Stunde üben machten wir einen kleine Prüfung. Ich meldete mich strebermässig als erste. Ich wollte es hinter mir haben und fühlte mich schon ziemlich sicher. Wozu also noch mehr üben. Nach 5 Zyklen reanimieren durfte ich aufhören. Mein einziger Fehler war, dass ich am Anfang den Sauerstoff nicht sofort an die Maske anschloss. Sonst alles perfekt. Herr Hugentobler hat leider trotzdem nicht überlebt ^^

Am Ende des Kurses erklärte man uns noch das AED und wir spielten zwei Fälle durch. Der Kursleiter erklärte uns, dass wir trotz AED die Pausen in denen keine Kompressionen durchgeführt werden, so klein wie möglich halten sollen. Das AED braucht extrem lange bis es die erste Analyse gemacht hat. Nach dem Schock soll man sofort wieder mit den Kompressionen beginnen, auch während der zweiten Rhytmusanalyse nach ein paar Minuten. Man soll nur stoppen wenn das Gerät explizit verlangt den Patienten in Ruhe zu lassen. Er bläute uns auch ein, dass die Kompression wichtiger ist als die Beatmung. Wenn man einmal eine Beatmung nicht schafft soll man lieber Kompressionen machen und nachher wieder beatmen. Die neuen Studien, die belegen, das es keinen Unterschied macht ob man beatmet oder nicht sind aber falsch! Beatmen ist trotzdem wichtig. Ein Gehirn mit 3 min ohne Sauerstoff ist schon ein geschädigtes Gehirn.

Am Montag haben wir noch eine Wiederholung und einen kleinen schriftlichen Test mit 12 MC Fragen. ^^ Dann sind wir perfekt geschult ^^

Notfallmedizin ist einfach klasse! Trotzdem hoffe ich mein neues Wissen nicht so schnell anwenden zu müssen.