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Gestern habe ich mein neues Buch von meiner Lieblings-Krimiautorin Tess Gerritsen zu Ende gelesen. Es heisst „Leichenraub“. Die Geschichte handelt von einer geschiedenen Frau, die ein Haus kauft und beim Rosenpflanzen im Garten eine Skelett findet. Das Skelett ist schon über 100 Jahre alt und sie beginnt Nachforschungen anzustellen, wem füher das Haus gehört hatte. Sie stösst auf alte Briefe in dem ein gewisser Oliver Wendell Holmes der früheren Besitzerin Margareth die Geschichte ihrer Tante Rose und dem West End Reaper schildert. Der West End Reaper war ein Serienmörder, der um 1830 in Boston sein Unwesen trieb. Aber ich will euch ja nicht die ganze Geschichte erzählen, worauf ich hinaus will, ist das dieser Oliver Wendell Holmes tatsächlich gelebt hatte. Die Autorin erwähnt es in einer Anmerkung am Ende des Buches. Ich war von der Geschichte so fasziniert, dass ich ihn gegoogelt habe.

Oliver Wendell Holmes (1809-1894) studierte erst in Harvard und dann am Boston Medical College (die Zeit in der die Geschichte spielt). Während seines Studiums ging er nach Paris um dort die besseren Bedingungen auszunützen. Die Franzosen hatten viel mehr Leichen zur verfügung um die Anatomie zu unterrichten. Als er nach Amerika zurückkehrte war er ein viel besserer Arzt als all seine Kommilitonen. Er schloss sein Studium in Boston ab und begann sich mit dem damals stark verbreiteten Kindbettfieber zu befassen. 1843 veröffentlichte er eine Arbeit über die Infektiosität des Kindbettfiebers, in der er einen möglichen  Zusammenhang zwischen den hygienischen Zuständen bei der Entbindung und der Übertragung der Krankheit aufzeigte. Er forderte die Ärzte dazu auf sich nach einer Entbindung die Hände zu waschen und die Instrumente zu reinigen, was damals noch nicht gang und gebe war. Ziemlich ekelhaft! Natürlich wurde O.W.H. von seinen Kollegen belächelt, doch konnte die Sterblichkeit durch Kindbettfieber nach einer Geburt in Neu England signifikant gesenkt werden. Als am Ende des 19. Jahrhunderts Louis Pasteur  seine Keimtheorie veröffentlichte und das Kindbettfieber als Infektionskrankheit beschrieb, setzte sich die Masnahme des Händewaschens endgültig durch.

Ich finde Medidizingeschichte irre spannend. Wahrscheinlich kaufe ich mir noch die Essays von O.W.H. und seine Biographie. Das Buch kann ich echt empfehlen. Super spannend und interessant!

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