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Am Sonntag durften wir etwas länger schlafen 🙂 Bis um 7.45 Uhr blieb ich liegen, dann ging das Handy-Konzert los. Alle im Schlafsaal hatten ihre Handywecker zwischen 7.20 und 7.45 Uhr gestellt. Vorbei wars mit dem Schlaf. Als ich frisch gewaschen und gekämmt aus dem Bad zurück kam, waren auch meine Kolleginnen schon wach und wir gingen frühstücken. Wie es sich in der Schweiz gehört gab es am Sonntag Butterzopf 🙂 und für mich natürlich wieder massenhaft Kaffee.

Heute hatten wir einen Postenlauf im Gelände. Unser erster Fall betraf eine Försterin, die sich im Wald die Hand mit der Motorsäge abgetrennt hatte. Dank Hermione wusste ich wie man die Hand korrekt einpackt. Leider hatten wir keine Beutel geschweigeden Wasser oder Eis. Wenn man bei so einem Fall kein Material hat ist man echt aufgeschmissen. Danach hatten wir ein Verbrennungsopfer. Ich war schon etwas stolz auf mich als der Instruktor sagte, wir wären die erste Gruppe, die kontrolliert hat ob die Atemwege verbrannt sind. Das hatte ich nämlich vorgeschlagen 🙂 Überhaupt meisterten wir die Verbrennung sehr gut. Wir waren so schnell fertig, dass er noch eine extra schwere Aufgabestellung für uns hatte. Bei dem Fall musste man vorgehen wie bei einer „normalen“ Verbrennung. Schocklagerung, Infusionen legen, zudecken, blos  nicht kühlen, wenn der Patient bewusstlos wird intubieren oder wenigstens Güdel-Tubus einlegen. Alles war gut doch unser armer Figurant bekam immer noch keine Luft. Wir grübelten und grübelten…dann gab uns der Instruktur einen Tipp. Durch die grossflächige Verbrennung auf der Brust war die Haut völlig zerstört. Keine Haut bedeutet kaum mehr elastische Fasern, dass heisst die Lunge kann sich nicht dehnen, es ist wie ein Panzer. Abhilfe schaffen drei Hautschnitte entlang der vorderen Axillarlinien und neben dem Sternum. Wow 🙂 Als nächstes hatten wir Kinderreanimation, danach „normale“ Reanimation und  später lernten wir auch noch das unterschiedliche Bild eines Kokain-Intox und eines Heroin-Intox kennen.  Als letzte und anstrengendste Aufgabe mussten wir die Bergung am Hang mit einem Spineboard meistern. Wir schafften es nicht, was an unserer begrenzten Muskelkraft lag. Zum Glück sind viele Rettunghelfer grosse kräftige Männer. Die hätten das locker geschafft. 🙂

Um 16 Uhr war das WE zu Ende und wir erhielten sogar eine Bescheinigung. Leut dieser sollte ich nun folgende Sachen kennen:

– Traumakinematik

– Bergungstechniken bei Patienten mit Vd. auf Wirbelsäulenverletzungen sowie in schwierigem Gelände

– Pathophysiologie und prähospitale Versorgung von Verbrennungen

– Pathophysiologie und prähospitales Management von Schädel-Hirn-Traumata

– Pathophysiologie und prähospitales Management von thorakalen und abdominalen Traumata

– Training im Legen von peripher venösen Zugängen, vorbereiten und anwenden von Infusionslösungen

– Praktisches Training in Wundversorgung, Fixation und Immobilisation von Frakturen

Also Traumakinematik wurde etwa mit zwei Sätzen erwähnt und Frakturfixation hatten wir nicht. Trotdem liess sich das Dokument super 😀

Um 18 Uhr war ich daheim und betrat eine blitzblanke Wohung 🙂 Meinem Freund war offenbar langweilig und hat wie wild geputzt. Da kommt man doch gern nach Hause 😀

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