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Nach einem langen Unitag stiegen die Fribourger des 3. Semsters um 17.34 Uhr in Fribourg in den Zug Richung Bern. Er war voll gestopft und wir hatten alle grosse Taschen oder sogar Rollkoffer dabei. Mühsam. In Bern mussten wir umsteigen und fanden fast keinen Platz. Nach langem durchlaufen mit den schweren Taschen fanden meine Kollegin M. und ich endlich einen freien Platz. Ein Glück konnten wir bis Winterthur sitzen bleiben. In Zürich stieg dann auch 90% des Zuges aus. Juhu! Nach einem weiteren Mal umsteigen erreichten wir schliesslich Wila. Ein kleines Kaff im Zürcher Oberland. Dort wurden wir schon von 3 PKWs und ihren Fahrern erwartet, die uns nach Schmidrüti bringen sollten. Der letzte Bus fuhr nämlich schon um 18.30 Uhr und mitlerweile war es 20.15 Uhr. Um 20.30 Uhr erreichten wir endlich die alte Militäranlage Schmidrüti, die früher mal eine geheime Raketenabwehr der Schweiz war. Wir wurden sofort angewisen uns warm anzuziehen, die Taschenlampen zu holen und unser Gepäck in die Schlafsäle zu bringen. Danach folgten wir der Strasse den Hügel rauf mit unklarem Ziel. Als wir um die erste Kurve bogen bot sich uns folgendes Schauspiel. Zwei kollidierte Autos, eines brannte und rauchte, um die Wagen herum mehrere Verletzte und einige schreiende Personen die uns entgegen rannten. Unsere Kollegen von den anderen Unis waren schon fleissig zu Gange und wir völlig überfordert. Der Wurf ins kalte Wasser hatte uns mächtig unterkühlt. Ein Helfer rief mich an, ich solle auf eine Patientin aufpassen und ihre Vitalzeichen kontrollieren. Als er zurückkam und wir erneut Puls massen, war keiner mehr tastbar. Wir begannen mit der kardiopulmonalen Reanimation doch die Patientin war nicht mehr zu retten. Kurz darauf half ich einen anderen Patienten mit starken Abdominalschmerzen zum Sammelpunkt zu tragen. Endlich trafen die Rettungswagen ein und die Patienten wurden vorgestellt. Nachdem sich der Notarzt einen Überblick verschafft hatte war die Übung beendet.

Wir liefen zurück zum Gebäude in dem sich der Theoriesaal befand und schnappten uns erstmal einen heissen Becher Tee. Ich war durchgefrohren. Danach wurde besprochen, was bei der Übung alles falsch lief. Niemand hatte die Strasse abgesperrt, es hätte also passieren können, dass ein weiteres Auto um die Ecke kommt und uns alle umfährt. Die Patienten wurden zu spät von den rauchenden Autos weggeholt. Viele Patienten und Helfer hätten jetzt wohl ne Rauchvergiftung. Die Helfer hatten bei den Übergaben an den Notarzt oft zu wenig Ahnung, was dem Patienten wirklich fehlte. Ect…. Aber im grossen und ganzen waren die Instruktoren mit dem Umgang der Situation von unserer Seite zufrieden.

Die Uhr zeigte mitlerweile 23 Uhr und ich war seit 5.45 Uhr auf den Beinen. Nach dem Kuchenessen verschwand ich Richtung Schlafsaal und haute mich aufs Ohr. Im Saal war es saukalt und ich schlief deshalb nich so gut. Aber 5-6 Stunden habe ich wohl doch gekriegt.

Über den Samstag und Sonntag später mehr. Ich muss jetzt meine Physiologiepraktikum von heute Nachmittag vorbreiten🙂