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Am letzten Montag begann mein Häfelipraktikum im Kantonsspital A. Ich war echt gespannt darauf, was mich wohl erwarten würde und was ich alles tun dürfte. Meine Erwartungen waren hoch geschraubt…etwas zu hoch wie ich feststellen musste. Aber beginnen wir von vorne.

Ich traf also um 7.30 Uhr auf der Gynäkologischen Station ein und suchte erstmal das Stationszimmer. Als ich mich dort anmeldete fiel die Pflegeassistentin, der ich offenbar zugeteilt bin aus allen Wolken! „Was!! Sie ist schon da!!“ Sie war total gestresst. Ich wurde ihr anscheinend auf 8 Uhr angekündigt. Die Kommunikation funktioniert hier wohl nicht so gut. Im laufe des Tages trottete ich ihr also permanent hinterher und stellte schnell fest, dass sie ein Urgestein dieser Station darstellte. Sie arbeitet schon 20 Jahre hier und verrichtet immer dieselben Arbeiten. Wäsche auffüllen, Frühstück machen fürs Peronal, Geschirr wegräumen, Dienstkleider in die Wäscherei bringen, Essensbestellungen der Patienten aufnehmen und die Untersuchungsräume herrichten. Da sie gerade von ihren Ferien zurückkehrte herrschte im Wäscheschrank und in den Schränken mit dem medizinischen Zubehör das Chaos. Ich durfte mir also den ganzen Tag ihr Gemotze anhören, dass ohne sie hier gar  nichts laufen würde. Super! Dazu kam, dass sie Raucherin ist und ich immer mit ihr Rauchen gehn musste um sie nicht zu verlieren (ich rauch ja selber nicht, ich stand dann einfach immer daneben). Desweiteren klagte sie ständig, dass sie so viel zu tun hätte und voll im Stress wäre, aber wenn wir auf unseren Touren zum Technischen Dienst oder der Wäscherei einem männlichen Exemplar des Krankenhauspersonals über den Weg liefen, ging gleich das geflirte los. Da stand sie dann und quatschte 10 min und ich stand daneben und kam mir blöd vor.

Naja…am ersten Tag brachte mich das noch nicht auf die Palme. Das kam dann erst Mitte der Woche 🙂

Am Dienstag liefs besser. Es gab einen Krankheisausfall. Eine Schülerin war krank. Ich durfte also mit einer Krankenschwester mit zum Blutdruck messen und Betten machen. Das hat mir viel Spass gemacht und war nicht so langweilig wie Schränke auffüllen. Ausserdem lernte ich so auch die Patientinnen etwas besser kennen. Die meisten der Damen sind wegen Krebs auf der Station und werden oder wurden schon operiert. Die OP-Abteilung liegt auch auf unserem Stock. Als ich meiner Mutter erzählte, dass es mich auf diese Abteilung verschlagen hat, erschrak sie zuerst. Klar, es ist schon hart zu wissen, dass viele dieser Frauen, die nächsten 5 Jahre vielleicht nicht überleben. Dies wurde durch die Todesanzeige einer ehemaligen Patientin unterstrichen, die eine der Krankenschwestern beim Frühstück in der Zeitung fand…

Die folgenden Tage glichen dann wieder dem Montag und meine Laune verschlechterte sich. Die hatte nicht mit der Arbeit zu tun sondern mit meiner Betreuerin. Ich bin ein sehr wissbegieriger Mensch und stelle gerne Fragen und ich kann es überhaupt nicht leiden wenn meine Fragen nicht beantwortet werden oder ich komplet ignoriert werde. Sie hat leider die Angewohnheit mir keine Antwort zu geben und das hat mich echt sauer gemacht. Am Freitag platze mir der Kragen. Wir waren gerade dabei die Formulare für einen Patienteneintritt auszufüllen. Ich hatte das schon zwei mal gemacht und wusste mehr oder weniger wie es geht. Doch an einer Stelle wusste ich nicht mehr ob ich das Eintrittsdatum oder das OP-Datum eintragen musste und ich fragte sie das. Anstatt mir eine Antwort zu geben sagte sie, ich solle erst die anderen Sachen ausfüllen, wir kämen dann noch zu diesem Datum. Anstatt aufzugeben, sagte ich ihr sie solle jetzt bitte meine Frage beantworten, das mache sie nämlich nie! Ich glaube sie war etwas perplex, beantwortete mir die Frage dann aber. Den ganzen restlichen Tag redete sie wieder mehr mit mir, gab klarere Anweisungen und delegierte etwas mehr als sie sonst in der Lage war. Ich hab nämlich ein bisschen den Eindruck, dass sie ein kleiner Kontrollfreak ist, der nichts delegieren kann. Als ich den Untersuchungsraum vorbereitet hatte, konnte ich sie beobachten wie sie nachher rein ging um meine Arbeit zu kontrollieren….das hat mich echt genervt. Ich bin doch in der Lage den Untersuchungsraum vorzubereiten. Sie hatte mir ja gezeigt wie….*seufz*

Ich hoffe nächste Woche wird etwas abwechslungsreicher.

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