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Am vergangenen Montag hab ich meine letzte Prüfung geschrieben. In zwei Tagen sollte theoretisch das Resultat rauskommen und ich bin schon ganz kribbelig. Eine Angewohnheit die ich immer noch nicht ablegen konnte. Die Prüfung war nicht ganz einfach und weil Statistik schon so mies lief, bin ich jetzt am zittern.

Da ich jetzt wieder sehr viel frei Zeit habe bin ich shoppen gegangen. Zeit für nen neuen Krimi. Mal wieder was nicht-medizinisches lesen. Bei den Kochbüchern stiess ich auf ein lustig aussehendes Buch namens „Skinny Bitch“. Wohl ein amüsant geschriebenes Werk übers Abnehmen und gesunde Ernährung, dachte ich und kaufte es. Die Lernerei hatte mir leider 2 neue Extrakilos beschert und ich war gerade in Abnehm-Stimmung. Daheim angekommen fing ich sofort mit lesen an.

Kapitel 1: Schluss damit

Befasst sich hauptsächlich mit der heiligen Dreifaltigkeit von Abnehmwilligen. Junk Food ist böse, Zucker ist böse, Sport ist gut! Soweit so gut, dachte ich.

Kapitel 2: Die Wahrheit über Kohlenhydrate

Die übliche Leier. Weisses Mehl nicht gut, Vollkorn super! Alles alt bekannt, dachte ich und dann gings los!

Kapitel 4: Die Ekelfleisch-Diät

Dieser charmante Titel bezieht sich natürlich auf die Atkins-Diät. Bei dieser Diät-Form ernährt man sich hauptsächlich von Fett und Fleisch. Die Autorin geht besonders auf die Zustände in Schlachthöfen und Legebatterien ein und wie die Tiere dort behandelt und gefüttert werden. Ich sage euch, von den Beschreibungen wurde mir schlecht. Nach diesem Kapitel dachte ich  mir, dass dieses Buch wohl auf eine vegetarische Ernährung abzielen wird. Weit gefehlt. Den in den nächsten Kapiteln wurden die bösen bösen Milchprodukte runtergemacht. Milchprodukte wären nur dazu da um Babies fett zu machen und wir Menschen wären die einzigen Säugetiere, die als Erwachsene noch Milch trinken würden. Zusätzlich zu diesen Vorwürfen kam dazu, dass die böse Milchindustrie die Kühe mit Antibiotika und Medis und anderem ungesunden Zeug vollpumpt und diese Sachen dann in der Milch landen und der Mensch so schädliche Stoffe zu sich nimmt. Bla bla bla….die Frau geht in dem Buch voll ab!

Die Argumente mit den Schadstoffen kann ich ja noch teilweise verstehen. Aber nicht ihre Aussagen über die Kalziumaufnahme im Körper. Sie zitiert mehrere Forschungsarbeiten von Yale, Harvard, Pen State etc. die besagen, dass ein erhöhter Milchprodukte-Konsum sogar dafür sorgen kann, dass Kalzium im Körper abgebaut wird. Ausserdem soll die Osteoporose-Rate in Ländern mit hohem Milchprodukte-Konsum höher sein als z.B. in Afrika. Nur die Masai hätten Osteoporose, da sie Rinder halten und ihre Milch trinken. Aha! Böse Milch!

Eine vegane Ernährung kann vieleicht schon gesund sein. Aber etwas hat mich das letzte Semester gelehrt. In der Blut-Vorlesung haben wir die Anämien durchgenommen und unsere Prof hat uns besonders auf zwei Stoffe aufmerksam gemacht, die für die Blutproduktion essentiell sind. Das wären Vitamin B12 und Folsäure. Der Vitamin B12 Vorrat im Körper reicht für ca. 3 Jahre, der Folsäure Vorrat nur für knapp 1 Monat. Vitamin B12 kommt vor allem in Fleisch vor, grosse Mengen in der Leber. Dieses Vitamin wird für die Thymidin-Synthese benötigt, eine der Basen der DNA. Hat es davon zu wenig, kann keine Zellteilung mehr stattfinden und die Blutproduktion erliegt = Anämie. Naja…daher finde ich eine vegane Ernährung nicht sehr sinnvoll. Ausserdem möchte ich mir die zitierten Forschungsarbeiten selber mal durchlesen bevor ich den Mist über die Milchprodukte glaube.

Ich kauf selten schlechte oder blöde Bücher. Aber Skinny Bitch war definitiv ein Fehlkauf 🙂 Gleichzeitig habe ich mir noch „5 Patienten“ von Michael Crichton gekauft. Dieses Buch ist sehr gut, wie man es halt von Mr. Crichton gewohnt ist. 🙂

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