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Am Freitag 3. Juli ist es wieder so weit. Der Numerus Clausus findet statt.

Für die 603 verfügbaren Humanmedizin-Studienplätze haben sich dieses Jahr 2’324 Personen angemeldet, was eine Kapazitätsüberschreitung von 285% darstellt.

Als ich letztes Jahr durch diese Hölle gegangen bin (ja, ich empfand das damals so) stellte der Test für mich eine reine Schikane dar. Ich verstand nicht, wie Politiker und Leute aus dem Gesundheitswesen über einen Ärztemangel jammern konnten und gleichzeitig wurden die Studienplätze beschränkt. Auch heute habe ich auf dieses Dilemma noch keine Antwort gefunden. Es ist momentan leider so und es kann anscheinend nicht geändert werden. Vergleicht man unsere Situation mit Deutschland, sind wir wesentlich besser dran. Nicht viele Menschen würden 5 Jahre auf einen Studienplatz warten.

Als ich mit dem Studium begann hörte ich von Kommilitonen wie die Zustände in Genf und Lausanne aussehen. An diesen Unis findet keine Zulassungsbeschränkung durch den NC statt. Dafür werden die Studenten in der ersten Prüfung ausgesiebt. Das heisst, in Genf werden ca. 500 Studis zugelassen, davon fallen aber ca. 90% durch. Eine Studienkollegin hat das erste Jahr in Genf angefangen und dann abgebrochen. Sie erzählte mir, dass es ein extremes Konkurrenzdenken unter den Studis gibt und die Atmosphäre eisig sei. Wenn man mal eine Vorlesung versäumt habe, könne man nicht davon augehen von einem Kollegen die Notizen zu kriegen. Jeder versuche sich gegenüber den anderen einen Vorteil zu verschaffen um unter den besten 10% zu landen und nicht rausgeprüft zu werden.

Wenn man solche Geschichten hört, ist man dann doch froh, schon vor Studienbeginn als „tauglich“ angesehen zu sein. Deshalb an alle die am 3. Juli den Test schreiben:

Ihr schafft das! Tretet dem Test in den Ar…. Hintern! Und solltet ihr bestehen, aber nicht an die gewünschte Uni gekommen sein, macht euch nichts draus! Hauptsache man darf mit dem Studium anfangen!

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