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Am letzten Montag haben uns die Orthopäden des Kantonsspitals Fribourg einen Besuch im Präpkurs abgestattet. Im Gepäck hatten sie thielfixierte Unterschenkel mit Fuss dran. Diese Fixierungsart bewahrt weitgehend die mechanischen Eigenschaften des Gewebes und ist bei Chirurgen sehr beliebt zum lernen und üben. Ich finde diese Fixierung super! Alles ist noch so schön weich, Muskel sind noch rot, alles flexiert und extendiert wie es sollte, einfach herlich. Und sie stinkt nicht so bestialisch. Auch ein sehr angenehmer Nebeneffekt.

Via Videoprojektion zeigte der Chef-Orthopäde die Präparation vor und erklärte die wichtigsten anatomischen Strukturen. Jeder Tisch hatte einen Assistenten aus dem Spital zugeteilt bekommen. Wir hatten wiedermal riesen Glück und die Oberärztin erwischt! Sie war extrem lustig und ging teilweise richtig gewaltätig an das Präparat heran. Sie sah dann jedesmal mit ernstem Blick zu uns hoch und meinte „Im Operationssaal machen wir das genau so!“ Ja klar! 🙂

Aber das beste am diesem Nachmittag waren die klinischen Bezüge. Das Ärzte-Team hatte viele Röntgenbilder von OPs dabei, die sie selbst durchgeführt hatten. Teilweise richtig übles Zeug. Beispiel gefällig?

Verbrecher flüchtet vor der Polizei und springt aus dem 4. Stock eines Hauses. Das ist nicht gerade gesund für das Bein, das kann ich euch sagen. Durch den Aufprall bricht die Tibia (Schienbein) und die Bruchstelle schiebt sich in den oberen Knochen.

7-jähriges Mädchen will Vater beim Rasenmähen helfen und hält ihre Ferse unter den Rasenmäher. Ferse ab! Zum Glück war der Knochen nicht betroffen, daher konnten sie die Ferse annähen. Durch das junge Alter der Patientin konnten sich die Nerven in der Ferse regenerieren und sie hat heute eine normale Sensorik im Fuss.

Zugschiene vs. Fuss führte zur Amputation. Auf dem Röntgenbild konnte man keinen einzigen Knochen mehr erkennen. Krass!

Morgen haben wir nochmal Kurs bei den Orthopäden. Dann dreht sich alles um den Arm und die Hand.

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