Das 1. Semester meines Medizinstudiums ist nun fast vorbei. Zeit Bilanz zu ziehen.

Uni

Obwohl ich gegen meinen Willen nach Fribourg verfrachtete wurde kann ich mittlerweile sagen, es ist eigentlich ganz ok hier. Der Campus bietet alles was das Studiherz begehrt. Eine Mensa, die dich ernährt und mit Kaffee versorgt, ein tolles Sportangebot (schon lange nicht mehr so viel Sport gemacht), eine kleine aber gemütliche Medizinbibliothek, viele Computerarbeitsplätze, WLAN (sogar in der Mensa!) und mehr oder weniger moderne Hörsäle.

Lage

Der Bahnhof ist nicht weit entfernt und es fahren auch 3 Buslinien dahin. Das einzige was nervt ist, dass alle 50m eine Bushaltestelle kommt. Überflüssig!!!

Kaffee

Super!!! 5 Sterne! Kein vergleich zu der Brühe, die ich in Basel trinken musste.

Stundenplan

Sehr gut aufgebaut. wir haben schon ab dem 1. Semester Physiologie. Zwar alles sehr oberflächlich, aber man bekommt einen guten Überblick über den menschlichen Körper und seine Funktionen. Sehr gute Genetik-Einführung und die Histologie-Einführung war auch ok. Wir hatten sehr viele Praktika in Histologie, die aus nachmittagelangem Mikroskopieren bestanden. Mit der Zeit hats genervt. Aber da wir am Ende des 2. Jahres fürs 2. Propedeutikum Gewebe erkennen müssen, macht das Ganze schon Sinn. Man kommt halt nicht drum rum.

Sprache

Le français n’est pas tellement difficile à comprendre que je pensait. 🙂 Ich komme mitlerweile gut mit dem Französisch klar und muss mich auch nicht mehr extrem stark konzentrieren um mitzukommen. Man gewöhnt sich gut dran.

Administration/Dekanat

Super! Mein Anrechnungsgesuch kam reibungslos durch. Die haben hier Erfahrung mit sowas, da jedes Jahr Biomediziner auf Medizin wechseln

Prüfungspolitik

Hab ich bisher noch an keiner Uni gesehen. Es gibt drei Prüfungssessionen. Zwei Frühsessionen jeweils wenn das Semester zu Ende ist und noch eine Spätsession im August. In der Spätsession können nicht-bestandene Prüfungen nachgeholt werden und man verliert dadurch nicht ein ganzes Jahr. Sehr gute Regelung!

Stimmung

Locker! Man merkt, dass man sich hier im „welschen“ Teil der Schweiz befindet. Meine Kommilitonen sind auch ok. Viel sind halt fünf Jahre jünger als ich, aber es hat auch welche in meinem Alter. Von Konkurrenz wie man es aus Basel, Zürich und Genf hört, ist hier nichts zu spüren. Die „Abgeschobenen“ müssen schliesslich zusammenhalten!

Parties

Es läuft ständig was. Kaum hatten wir das Semester begonnen fand schon das erste Bowling-Turnier der Medizin-Fachschaft statt. Einige Wochen später das Welcome-Fondue-Essen, welches extrem lustig war. Über 300 Medis, Biomedis und Dozenten nahmen teil. Neuer Rekord! Im Februar findet dann der jährliche Mediball statt. Zeit das Abendkleid aus dem Schrank zu holen.

Unterm Strich kann ich sagen, dass es mir hier sehr gut geht und ich mich wohlfühle. Die Zeit vergeht rasend schnell, was wohl dran liegt, dass mir momentan alles Spass macht und ich mich nicht mehr mit den doofen Naturwissenschaften (Physik, anorganische Chemie) rumschlagen muss. Im nächsten Semster beginnen wir schon mit dem Präperierkurs. Darauf bin ich sehr gespannt. Ich kann mich einfach nicht so gut einschätzen um zu sagen obs mir was ausmachen wird. Ich dachte während meines Biostudiums auch, dass ich nie an einem Tier rumschneiden könnte und schliesslich mussten ein paar Mäuse ihre Oberschenkelmuskeln lassen und ein paar Hühnerembryos ihre DRGs. Von den vielen Drosophilas reden wir jetzt gar nicht 🙂 Aber Tiere sind Tiere und Menschen sind Menschen. Wir werden sehen.

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