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Jeden Abend an der Bushaltestelle bietet sich mir ein ähnliches Bild. Die elektronische Anzeigetafel kündigt die verbleibenden Wartezeiten auf die Buslinien 1, 2 und 3 mit einer beziehungsweise zwei Minuten an. Die Buslinien 1 und 2 kommen immer vor meiner Linie, der Nr. 3. Da ist es natürlich taktisch klug, wenn man als Fahrgast dieser beiden Linien am vorderen Ende der Bushaltestelle wartet. Das hat mittlerweile jeder begriffen. Die wahre Kunst des Wartens zeigt sich erst bei Benützern der Linie 3.

Am Anfang halte ich mich ehere in der Mitte der Bushaltestelle auf, fals die 3 schon vorfährt wenn die 1 und die 2 noch dastehen. Dies ist jedoch selten der Fall. Nachdem die Linie 1 und 2 weg sind, bewege ich mich zum vorderen Teil der Haltestelle. Das Ziel ist es die 2-3 Wartenden auszustechen, die wie ich bei der vordersten Bustür einsteigen wollen um den begehrten Einzellplatz neben dem Fahrer zu ergattern. Wenn es um diesen Platz geht bin ich egoistisch. Eine Eigenschaft die sonst nicht zu meinen Charakterzügen gehört. 🙂 Ich will diesen Platz umbedingt haben, da er viel Vorteile bietet. Er bietet Platz für meine 100 Taschen, die ich bei mir trage. Es sitzt niemand neben dir, der nervt, stinkt oder laut telefoniert und dir ins Ohr schreit. Er ist bequem und dunkel, was vorallem am Morgen super praktisch ist, da ich um diese Uhrzeit  Licht hasse. Und das Hauptargument: Ich muss bis zur Endstation fahren und will sitzen! 🙂 Wenn man auf einem anderen Platz sitzt z.B. im Gang, muss man ständig irgendwelche Leute aussteigen lassen. Dazu muss man erst die 100 Taschen zur Seite schaffen um überhaupt aufstehen zu können. Ich hasse es und nein ich kann die Anzahl meines Gepäcks nicht reduzieren. :-p

Ich glaube, dass ich meine Busfahr-Technik schon ziemlich perfektioniert habe. Über die Anzeigetafel an der Bushaltestelle habe ich jedoch keine Macht. Sie zeigt oft eine Minute an und 4 Minuten später, zeigt sie immer noch eine Minute an. Misteriös! Ich denke hier wendet die Busfahrgesellschaft einen psychologischen Trick an. Der Fahrgast schaut zur Tafel, sieht die Minute und denkt sich „Ah, der Bus kommt ja gleich“. Leider nützt das bei mir nach 4 Jahren pendeln nicht mehr. 🙂

Bald ist Fahrplanwechsel. Da erwarten mich dann die nächsten Abenteuer.

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