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Jeder House, MD-Fan hat diese Aussage sicher schon einige Male gehört. Auf der DVD der zweiten Staffel gibt es sogar nen Clip mit allen Szenen in denen Lupus vorkommt.
Ich habe den Namen dieser Krankheit schon oft gehört, doch eigentlich weiss ich kaum was sie auslöst oder was sie für Symptome hat.
Es ist also definitiv Zeit für ein bisschen Recherche.

Lupus erythematodes

Lupus ist eine Autoimmunkrankheit. Das heisse, der eigene Körper bildet Antikörper, die sich schliesslich gegen die eigenen Zellen richten.
Lupus gehört ausserdem zu den Rheumaerkrankungen, da eines der ersten Symptome rheuma-ähnliche Gelenkschmerzen ist.

Es gibt zwei Typen von Lupus. Systemische Lupus erythematodes (SLE) und kutane Lupus erythematodes.
Bei der systemischen Form sind die Haut, die Gelenke und die inneren Organe betroffen. Bei der kutanen Lupus-Form ist nur die Haut betroffen. Ich hab jedoch Expertenaussagen gefunden, die meinen es existiere nur die systemische Form.
Die ersten Symptome von Lupus zeigen sich als Hautausschlag, Sonnenempfindlichkeit der Haut und rheumatische Gelenkbeschwerden. Der typische Lupus-Hautausschlag hat die Form eines Schmetterlings. Er bildet sich auf Nase und den Wangen. (Schmetterlingserythem, siehe Graphik.

Quelle: http://medsana.ch

Systemischer Lupus erythematodes (SLE)

Die ersten Anzeichen für eine SLE-Erkrankung zeigen sich in Fieber, Abgeschlagenheit, Ausschlag und rheuma-ähnlichen Gelenkschmerzen.
Bei einer systemischen Erkrankung wie SLE wird das ganze Körpersystem von Antikörpern angegriffen, die wir selbst produzieren. Diese Antikörper werden von unseren Zellen gebildet und richten sich hauptsächlich gegen die Zellkerne und die Erbsubstanz (DNA). Die Antikörper lagern sich an und es entstehen dadurch chronische Entzündungsherde. SLE greift praktisch alle inneren Organe, wie Niere, Leber, Lunge, Nervensystem und das Herz an. Die grösste Gefahr besteht im Multiorganversagen.

weitere Symptome:

  • bei Kälte entsteht ein Gefässkrampf in den Fingern. Die Finger können sich blau verfärben. Dieses Symptom tritt jedoch auch bei anderen Erkrankungen aus der Gruppe der Kollagenosen auf.
  • Schmerzen in den Gelenken mit teilweise Schwellungen (Arthritis)
  • Muskelschmerzen (Myalgie)
  • geschwollene Lympfknoten, vergrösserte Leber und Milz
  • Magenschmerzen verursacht durch eine Entzündung des Bauchfels
  • Entzündung des Rippenfels verursacht Schmerzen beim Atmen (Pleuritis)
  • Entzündung des Herzfels (Perikarditis)
  • Entzündung der Nieren. Erhöhter Blutzucker, Ausscheidung von Blut und Eiweiss im Urin. Eine Beteiligung der Niere kann mild verlaufen aber auch bis zur Niereninsufizient gehen.
  • Zentrales Nervensystem: Krampfanfälle, Kopfschmerzen, psychische Auffälligkeiten

Diagnose

Um die Diagnose eines SLE zu stützen werden diverse Laboruntersuchungen, die hochspezifisch für Lupus sind durchgeführt. Dazu gehören die ANAs (Anti-Nukleäre-Antikörper), diese richten sich gegen die Zellkerne der Zellen. Bei über 90% der SLE-Erkrankten werden erhöhte ANAs gefunden. Weitere sehr spezifische Antikörper sind die ds-DNA-Antikörper. Sie greifen die Erbsubstanz der Zellen an. Anti-sm-Antikörper und Anti-Phospholipid-Antikörper gehören auch zum diagnostischen Standart. Anti-sm-Antikörper sind hoch spezifisch für SLE und meist nur in SLE- Patienten zu finden. Anti-Phospholipid-Antikörper sind mit einem erhöhten Thrombose und Embolierisiko assozierert. Lupus-Patienten haben durch die vielen Entzündungen in ihrem Körper ein stark erhöhtes Risiko für ein Gerinsel.
Bei SLE-Patienten wird ausserdem eine erhöhte Blutsenkung beobachtet. Das C-reaktive Protein, ein Entzündungsparameter, der bei Infektionen und Entzündungen stark ansteigt ist in SLE-Patienten meist normal. Lupus-Patienten können auch anämisch (blutarm) sein und ihre Blutzellenzahl ist in Blutausstrichen vermindert. (besonders die Leukozyten (weissen Blutkörperchen) und die Thrombozyten (Blutplättchen)).

Behandlung

Lupus ist eine chronische Krankheit, die über Jahre hinweg behandelt werden muss. Es gibt keine Heilung. Die Symptombehandlung steht daher im Vordergrund. Man konzentriert sich dabei stehts auf den Bereich, der gerade am stärksten angegriffen wird. Lupus-Patienten erhalten Immunsupresiva, die Blutsenkung wird behandelt und der Patient lernt sich vor Licht zu schützen. Auch Kortison kommt zum Einsatz. Da Kortison jedoch über längere Zeit eingenommen, starke Nebenwirkungen hat, wird es Stossweisse verabreicht, dh. nicht permanent sondern in Zyklen.

Ursache

Die Ursachen von Lupus sind unbekannt. Die meisten Patienten sind jedoch Frauen. Ausserdem tritt Lupus häuftig nach Schwangerschaft auf. Man vermutet, dass ein erhöhter Östrogen-Level etwas mit der Krankheit zu tun haben könnte.
Lupus kann auch gehäuft in einer Familie vorkommen, was wahrscheinlich mit einer genetischen Veranlagung einher geht. Lupus ist jedoch keine Erbkrankheit. Man vermutet ehr das eine Veranlagung zusammen mit äusseren Faktoren zu einem Ausbruch der Krankheit führen kann.

Name

Lupus bedeutet auf Lateinisch Wolf. Erythematodes bedeutet „gerötet“ Damit werden die Hautausschläge beschrieben, welche an einen Wolfsbiss erinnern.

Das ist also Lupus. Wenn es das nächste mal in der Serie erwähnt wird, wissen wir alle bescheid!