11.23.09
Neues von der Grippefront
Da jeder in meinem Umfeld das Gefühl hat, dass ich mir die Schweinegrippe eingefangen habe, habe ich aufgehört es zu dementieren.
Mein Fieber ist runter auf 36.5°C, ist also nicht mehr vorhanden. Geht das bei der Schweinegrippe so schnell? Nach 2 Tagen? Wenn ich mich körperlich anstrenge z.B. den Müllbeutel in der Küche auswechseln schaffe ich es immerhin noch auf 37.5°C^^ Dafür quälen mich die Hustenattacken! Die kommen im 15 Minuten Takt und können ganz schön weh tun. Meine Bauchmuskeln haben schon ne sexy Form angenommen, weil ich sie ständig so anstrenge^^ Heute taten mir sogar kurz die Rippen weh und ich hab schon Panik gekriegt, dass die bald brechen. Der Husten ist wirklich übel. Heute Morgen hat sich noch ein neuer Verbündeter der Grippefront angeschlossen, die laufende Nase! Die nervt auch ganz schön.
Zu meiner Unterhaltung habe ich meine Gilmore Girls Complet Collection hier. Ich gebe es zu ich bin süchtig. Etwa 2 Stunden habe ich es geschaft was für die Uni zu machen. Meine POL-Gruppe ist mir sicher dankbar und die Fallot Tetralogie ist ja auch ein spannendes Thema.
Das blöde ist nur, dass ich schon den ganzen Tag in diesem Bett liege und nun muss ich auch noch drin schlafen. Ich kann nicht mehr liegen. Das nervt!
08.26.09
Erster und wohl letzter Einsatz…
… in der Pflege.
Heute kam ich auf die Station und wurde beim Blick auf den Tagesplan überrascht. Ich war in der Pflege eingeteilt und durfte mit einer der Krankenschwestern mitlaufen. Leider war die Station heute sehr leer und es gab keine Eintritte, wo ich Blutabnahmen oder sonstiges hätte beobachten können. Der Tag war also sehr ruhig für mich.
Die Krankenschester, der ich zugeteilt war, zeigte mir wie man mit dem „Old School“-Blutdruckmesser und dem Stethoskop Blutdruck misst. Das ist gar nicht so schwer^^ Sie erzählte mir, dass die heutigen Schülerinnen das teilweise gar nicht mehr lernen, da es die automatischen Geräte gibt. Ich mass dann bei allen anwesenden Schwestern den Blutdruck. Sie haben alle brav hingehalten. Mein eigener war 121/82, also alles i. O.
Ich hatte heute viel Patientenkontakt und konnte mich auch mit den Frauen unterhalten. Die Infektiologen haben heute die neuen Richtlinien bezüglich der Schweinegrippe herausgegeben. Kindern unter 7 Jahren ist der Zutritt zum Krankenhaus nun untersagt, da sie eine Risikogruppe darstellen. Dies ist sehr hart für unsere Frauen, da viele Kinder in diesem Alter haben und die nun nicht mehr zu Besuch kommen dürfen. Eine Frau war so geschockt von der Nachricht, dass sie in Tränen ausbrach. Sie tat mir so leid. Wir können den Frauen aber auch nicht verbieten ihre Kinder zu sehen, deshalb haben die Schwestern beschlossen, an den gesunden Menschenverstand zu appelieren. Hoffentlich reicht das.
Morgen hab ich frei. Am Freitag und Montag finden meine letzten Einsätze statt. Dann ist mein Praktikum beendet
07.28.09
Könntest du? Würdest du? Hättest du? oder H1N1
Heute war ich permanent am rumrennen. Bis zum Mittagessen hatte ich keinen Tropfen getrunken und mir wars noch nicht mal aufgefallen. Die Arbeiten vor Frühstück erledigte ich eigentlich gut und schnell. Nach dem Frühstück musste ich die Essen für die stationären Patientinnen bestellen. Nur heute hatten wir 3 OPs, 5 Eintritte, 1 Notfall und 2 kurzstationäre Patientinnen, die vom Notfall betreut werden und von denen ich nicht so Ahnung habe. Kurz gesagt, die Essensbestellung hat ewig gedauert und warf mich ziemlich zurück. So konnte ich die Dienstkleider nicht am Morgen zur Wäscherei bringen, was ich dann am Nachmittag erledigen musste. Ein drunter und drüber. Dazu kam, dass heute jeder das Gefühl hatte, ich hätte Ahnung oder war zu sagen. Die Putzfrau fragte mich aus, wie sie das Isolier-Zimmer putzen soll. Dabei hatte ich diese Patientin nie gesehn, ich wusste nicht ob sie den Norovirus hatte oder was sonst los war. Niemand der gerade auf der Station war, wusste was gestern noch mit dieser Patientin ablief und zum Abklären war die diplomierte Schwester einfach zu beschäftigt und musste die Putzfrau auf später vertrösten. Das hat die gar nicht gefreut.
Dann kam die erste Patientin. Als ich sie zu ihrem Bett brachte, war dieses nicht hergerichtet. Wir hatten es vergessen. Ich musste sie also kurz vertrösten und dann in Eile ihr Bett machen. Sie fands nicht so lustig. Naja… Dann war zum Glück Mittagspause. Ich war am verhungern!
Als wir vom Mittag zurückkamen, stand natürlich schon der Essenswagen da. Schnell verteilte ich das Essen. Diese Arbeit geht schnell und macht mir noch Spass. Man sieht dabei alle Frauen, die auf der Station liegen.
Im Wartebereich des Notfalls sah es mitlerweilen katastrophal aus. Überall lagen Zeitschriften rum und einige Besucher waren unfähig ihre Trinkbecher im Kübel zu entsorgen. Aber ich hatte keine Zeit mich darum zu kümmern. Ich musste schnell in die Apotheke die Chemotherapie holen. Als ich zurück war verräumte ich das Material aus dem Zentralmagazin, an dem ich schon den ganzen Morgen vorbeigelaufen war. Dann musste das med. Material in den Stationszimmern von der Station und dem Notfall und dem Chemo-Zimmer aufgefüllt werden. Dazwischen wurde ich ständig abkommandiert um irgendwas zu holen, herzurichten, neu zu beziehen (Transportliege, Notfallbett) etc…das kann einem extrem bremsen, wenn man ständig von einer Arbeit weg muss.
Um 14 Uhr stresste ich in die Wäscherei und zurück. Als ich zurück war, war die Rohrpost verstopft und ich musste ins Labor rennen um Blut abzugeben. Und so gings munter weiter bis um 16 Uhr. Feierabend. Doch anstelle nach Hause zu gehen, ging ich mit den anderen Gyni-Mitarbeiterinnen zur Info-Veranstalltung der Infektiologen über die Nordamerikanische Grippe A (H1N1). Das Spital ist zum jetztigen Zeitpunkt gut vorbereitet, wie ich finde. Es wurden schon viele Richtlinien erlassen und in der Notaufnahme wurde ein separater Bereich für Erkrankte und Abklärungen eingerichtet, der sogar einen separaten Eingang hat, damit die Infizierten nicht durch die ganze Notaufnahme latschen. Sogar unsere Gyni-Notfälle werden dort abgeklärt. Wir müssen die schwangeren Damen also rüberschicken, egal wie dick der Bauch schon ist
Jetzt brauch ich ned Dusche!