10.27.09

Anatomie, Kopfschmerzen und Heiserkeit

Veröffentlicht in Präparierkurs, Studium tagged , , um 14:57 von Momoko

Die Erkältung ist schlimmer geworden. Jetzt hab ich auch noch Halsschmerzen und krächze wie ne alte Hexe. Das Kopfweh ist auch noch da. Ich hab schon vergessen wie es ist keine Kopfschmerzen zu haben. Das nervt. Wahrscheinlich bin ich eh selber schuld, ich hab das ganze Wochenende gearbeitet anstatt mir mal Ruhe zu gönnen. Jetzt hock ich daheim und verpasse den Mikroskopierkurs. Naja…Ich bin eh kein Fan von Histologie.

Am letzten Freitag war ja das Anatomie-Testat. Es war echt locker! Unser Assi war irgendwie nervöser als wir. Und wie es immer so ist,  wird man immer das gefragt, was man nicht so genau weiss. Bei mir kam am Schädelknochen das Os spenoidale dran. Den Knochen kann ich mir einfach nicht merken. Dank des Testats weiss ich ihn jetzt endlich. Dann musste ich den Weg des Speisebreis bis zum Rektum erklären und welche Darmabschnitte intraperitoneal und welche sekundär retroperitoneal liegen. Oh man! In dem Thema bin ich auch echt schlecht. Meine Kollegen hatten auch knifflige Fragen aber etwa 70% hätte ich auch gewusst. Daher bin ich nicht so unzufrieden mit meiner Leistung.  Der Assistent meinte am Ende, wir müssten die Anatomie einfach irgendwann mal können. Wenn jetzt noch nicht alles perfekt sitze wäre es nicht so tragisch. Wie gesagt, es war locker. Für den nächsten Freitag muss ich nun das Gesicht vorbereiten hoffentlich bin ich bis dann wieder fit.

10.22.09

Situs abdominis, die Monstermilz oder the lost pankreas

Veröffentlicht in Präparierkurs, Studium tagged , , um 10:45 von Momoko

:-D

Am letzten Dienstag hatte ich natürlich wieder Präpkurs. Ich war mies gelaunt und echt keinen Bock der Leiche heute die Bauchorgane rauszuschneiden. Echt nicht. Doch es kam alles anders.

Der Dünndarm und der Dickdarm waren ja schon raus. Wir mussten noch die Leber, die Milz, den Magen und sämtliche venöse Gefässe entfernen. Unsere Leiche ist ziemlich cool, wie ich ja in einem letzten Beitrag beschrieben hatte, besass er schon ein hypertrophes Herz (zu gross) und nun bemerkten wir, dass auch die Milz monströs war! Die Milz hat normalerweise eine Grösse von einer halben Faust. Unsere war etwa 5mal so gross! Der Assi meinte dann, dass er wohl zu viel Blut abgebaut habe. Ich kramte schnell meine begrenzten physiologischen Kenntnisse zusammen und kam zum Schluss, dass dies auch der Grund für das hypertrophe Herz sein könnte. Zu viel Blutabbau -> zu wenig Blutvolumen -> erhöhte Herzaktivität. Die hier mitlesenden Ärzte dürfen mich gerne korrigieren, es war auch nur so ein Gedanke^^

Als wir so am schneiden waren fragten wir uns plötzlich wo eigentlich das Pankreas geblieben ist? Die Bauchspeicheldrüse befindet sich im C des Duodenums und hinter dem Magen. Aber irgendwie hatten wir es noch nicht gesehn und fälschlicherweise eine schon hervorblitzende Niere als Pankreas bezeichnet. Plötzlich wurde der Assi stutzig. Wo war es geblieben? Wir untersuchten die herausgeschnittenen Organe. Am Dickdarm wars nicht. Wir entdeckten es noch halb am Magen hängend. Es war winzig! Ca. 5 cm lang. Ich war verwirrt. In den Anatomiebüchern wird das Pankreas immer riesig dargestellt! Klar hatten wir den Winzling total übersehn. Nun war es völlig zerschnitten^^ Bye bye Pankreas! Ich fands echt lustig! Mein Laune hatte sich rapide verbessert. Dir Rumschnippelei macht halt doch Spass^^

Am Freitag steht das Testat über die Inneren Organe an. Ich bin noch nicht so gut vorbereitet, werde aber heute und morgen nochmal alles wiederholen. Das kommt schon gut. Hoffentlich! Das Gute ist, dass wir schon ziemlich alles war man zeigen könnte, rausgeschnitten haben. Daher muss man eh alles mehr oder weniger theoretisch können, das beruhigt mich ungemein. Meld mich am Freitag!

10.17.09

Der Herbst ist da!

Veröffentlicht in Me the patient, Studium tagged , um 22:26 von Momoko

Und mit ihm auch die Erkältungen. Jipie!

Seit ungefähr 5 Tagen hab ich Kopfschmerzen…ich hab nie Kopfschmerzen! Die anderen Symptome, die noch dazukommen (erwähn ich jetzt nicht, weils eklig ist) weisen auf eine beginnende Stirnhöhlenentzündung hin. Juhu! Hatte ich noch nie. Aber weil meine Mutter kürzlich eine hatte und sie es lange nicht gemerkt hat und es dann ewig gedauert hat bis es weg war, drängte sie mich zum Arzt zu gehn. Ich kam mir heute morgen etwas doof vor, als ich vor dem Hausarzt sass und meine mikrigen Symptome schilderte. Er meinte dann auch das sich die Entzündung wohl im Anfangsstadium befinde und gab mir Schmerzmittel und etwas pflanzliches gegen die Entzündung. Heute Nachmittag hab ich dann auch lange geschlafen und konnte mich danach etwas aufs Lernen konzentrieren. Das letzte was ich jetzt gebrauchen kann ist eine Krankheit, die mich Kraft und Zeit kostet. Vieleicht war es doch gut frühzeitig zum Arzt zu gehn, so wird es sicher nicht mehr schlimmer.

Da ich die Stirnhöhlen eh für mein Anatomie-Testat am nächsten Freitag brauche, hab ich gleich mal das Buch aufgeschlagen und nachgeschaut wo den die Dinger liegen. Es gibt drei grössere Höhlen im Schädel. Den Sinus frontalis (Stirnhöhle, da tuts mir momentan weh), den Sinus maxillaris (Kieferhöhle, neben der Nase) und die Cellulae ethmoidales (Siebbeinzellen,  hinter der Nase). Alle diese Strukturen öffnen sich in den Tränen-Nasen-Gang (Ducutus nasilacrimalis), so kann Flüssigkeit in den Rachenraum geraten, die dann runtergeschluckt wird (die ekligen Symptome ^^) Aber warum hat es eigentlich diese „Löcher“ im Schädelknochen? Die Antwort ist so einfach, dass wir im Kurs darüber gelacht haben. Sie dienen dazu den Schädel leichter zu machen. Warum etwas sinloss mit Knochen auffüllen? Da hat Mutter Natur schon gut mitgedacht, nur dass sich die Hohlräume bei vielen Menschen entzünden hat sie wohl nicht bedacht. Ich finde es nicht sehr schlimm, aber es gibt Menschen, die das chronisch haben und das muss ganz schön nerven. In dem Sinne: Gute Besserung an alle mit Sinusitis!

10.13.09

Nur kurz

Veröffentlicht in Studium tagged , , um 21:22 von Momoko

Ein Hallo an die Welt. Ich wolle mich kurz melden.

Momentan bin ich voll im Stress. Ich hasse das zu sagen. An vier Nachmittagen Praktika: Physiologie, Biochemie, 2x Präp-kurs. Morgens Vorlesungen und über Mittag 2x Kolloquium.  Dann quetsche ich am Dienstag noch ne Stunde Sport rein um mich auch mal ein bisschen zu bewegen. Auf der Heimfahrt im Zug bereite ich die Praktika vor und am Abend wird Anatomie gebüffelt. Das Testat rückt immer näher und ich hab gerade mal den Bauchsitus fertig. Die Vorlesungen ignoriere ich momentan komplet. Notizen werden abgelegt und das wars auch schon. Damit muss ich mich nach dem Präp-Testat befassen und auch mit der Suche nach nem guten Lungenphysiologiebuch. Die Vorlesung ist eine Katastrophe! *seufz*

In den letzten Tagen warf sich viel zu oft die Frage auf: „Warum tun wir uns das an?“ Aber ich denke, auch das geht vorbei….hoffentlich

10.08.09

Präp-Kurs, Schädelknochen und Schweineherzen

Veröffentlicht in Präparierkurs, Studium tagged , , , um 07:11 von Momoko

Die letzte Woche hab ich eigentlich nix über den Präpkurs geschrieben, was daran liegt, dass ich im Selbststudium war. Dort lernten wir die Schädelknochen mit allen Foramina und anderen Öffnungen kennen. Das Selbststudium gestalltete sich dieses Semster nicht so extrem mühsam wie im letzten. Hatte ich darüber berichtet? Der Assi ist halt auch ein cooler Typ. Student im 5. Jahr, der es genau so locker nimmt wie wir es haben wollen. Wir haben ja sonst schon genug zu tun :-) Morgen stehe ich wieder am Tisch und muss mir den Darm vornehmen. Der Dünndarm wurde am Montag schon von den Kollegen rausgeschnitten. Ich muss mich wahrscheinlich um die oberen Bauchorgane kümmern, hab noch nicht in die Anleitung gesehn. Gestern hab ich mich mit den ersten Darm-Kapiteln beschäftig. Von der Region konnte ich noch nichts anschauen. Alle an meinem Tisch haben irgendwie schon eine Ahnung, nur ich nicht. Kommt es mir nur so vor? Das Herz kenne ich mitlerweile gut, was wohl auch daran liegt, dass ich dort präpariert habe. Wird schon werden. Das Testat ist in 3 Wochen *panik* :-)

Gestern hatten wir den Schweineherzenkurs :-) Ich war beeindruckt wie ähnlich das Schweineherz dem unseren ist. Den einzigen Unterschied den ich auf Anhieb erkennen konnte betraf die Gefässe, die den Arcus aortae verlassen. Bei uns kommt neben dem Truncus brachiocephalicus noch die A. subclavia sinistra und die A. carrotis comunis sinistra raus. Beim Schwein hat es einfach noch einen zweiten Truncus brachiocephalicus. Die Herzen waren natürlich auch „frisch“ und nicht konserviert wie unsere Leichen. Der Geruch von geronnenem Blut behagt mir nicht so. Riecht wie blutiges Schnitzel :-)

Heute Nachmittag steht das Biochemie-Prakikum auf dem Plan. Endlich darf ich wieder einen Gelelektrophores und ein SDS-Page machen. :-) Da freu ich mich drauf. Meine Gruppenmitglieder freuts nicht so, da sie das noch nie gemacht haben und es am Anfang halt schon schwer zu verstehen ist. Ging mir im Biostudium auch so. Da hab ich nix geblickt :-)

10.07.09

3.Schmidrüti-Tag: Sonntag

Veröffentlicht in Studium, Unileben tagged , , , , um 20:32 von Momoko

Am Sonntag durften wir etwas länger schlafen :-) Bis um 7.45 Uhr blieb ich liegen, dann ging das Handy-Konzert los. Alle im Schlafsaal hatten ihre Handywecker zwischen 7.20 und 7.45 Uhr gestellt. Vorbei wars mit dem Schlaf. Als ich frisch gewaschen und gekämmt aus dem Bad zurück kam, waren auch meine Kolleginnen schon wach und wir gingen frühstücken. Wie es sich in der Schweiz gehört gab es am Sonntag Butterzopf :-) und für mich natürlich wieder massenhaft Kaffee.

Heute hatten wir einen Postenlauf im Gelände. Unser erster Fall betraf eine Försterin, die sich im Wald die Hand mit der Motorsäge abgetrennt hatte. Dank Hermione wusste ich wie man die Hand korrekt einpackt. Leider hatten wir keine Beutel geschweigeden Wasser oder Eis. Wenn man bei so einem Fall kein Material hat ist man echt aufgeschmissen. Danach hatten wir ein Verbrennungsopfer. Ich war schon etwas stolz auf mich als der Instruktor sagte, wir wären die erste Gruppe, die kontrolliert hat ob die Atemwege verbrannt sind. Das hatte ich nämlich vorgeschlagen :-) Überhaupt meisterten wir die Verbrennung sehr gut. Wir waren so schnell fertig, dass er noch eine extra schwere Aufgabestellung für uns hatte. Bei dem Fall musste man vorgehen wie bei einer „normalen“ Verbrennung. Schocklagerung, Infusionen legen, zudecken, blos  nicht kühlen, wenn der Patient bewusstlos wird intubieren oder wenigstens Güdel-Tubus einlegen. Alles war gut doch unser armer Figurant bekam immer noch keine Luft. Wir grübelten und grübelten…dann gab uns der Instruktur einen Tipp. Durch die grossflächige Verbrennung auf der Brust war die Haut völlig zerstört. Keine Haut bedeutet kaum mehr elastische Fasern, dass heisst die Lunge kann sich nicht dehnen, es ist wie ein Panzer. Abhilfe schaffen drei Hautschnitte entlang der vorderen Axillarlinien und neben dem Sternum. Wow :-) Als nächstes hatten wir Kinderreanimation, danach „normale“ Reanimation und  später lernten wir auch noch das unterschiedliche Bild eines Kokain-Intox und eines Heroin-Intox kennen.  Als letzte und anstrengendste Aufgabe mussten wir die Bergung am Hang mit einem Spineboard meistern. Wir schafften es nicht, was an unserer begrenzten Muskelkraft lag. Zum Glück sind viele Rettunghelfer grosse kräftige Männer. Die hätten das locker geschafft. :-)

Um 16 Uhr war das WE zu Ende und wir erhielten sogar eine Bescheinigung. Leut dieser sollte ich nun folgende Sachen kennen:

- Traumakinematik

- Bergungstechniken bei Patienten mit Vd. auf Wirbelsäulenverletzungen sowie in schwierigem Gelände

- Pathophysiologie und prähospitale Versorgung von Verbrennungen

- Pathophysiologie und prähospitales Management von Schädel-Hirn-Traumata

- Pathophysiologie und prähospitales Management von thorakalen und abdominalen Traumata

- Training im Legen von peripher venösen Zugängen, vorbereiten und anwenden von Infusionslösungen

- Praktisches Training in Wundversorgung, Fixation und Immobilisation von Frakturen

Also Traumakinematik wurde etwa mit zwei Sätzen erwähnt und Frakturfixation hatten wir nicht. Trotdem liess sich das Dokument super :-D

Um 18 Uhr war ich daheim und betrat eine blitzblanke Wohung :-) Meinem Freund war offenbar langweilig und hat wie wild geputzt. Da kommt man doch gern nach Hause :-D

10.05.09

2. Schmidrüti-Tag: Samstag

Veröffentlicht in Studium, Unileben tagged , , , um 12:04 von Momoko

Am Samstag stand ich um 7 Uhr auf. Zwischen 7 Uhr und 8 Uhr gab es Frühstück. Ich hatte nen riesen Hunger, da wir am Freitag Abend nur schnell ein Sandwich im Zug gegessen hatten und nichts vernünftiges. Nach 3 Tassen Kaffee war ich dann auch fit genug den Vorträgen zu lauschen. Der erste wurde vom Leiter von Schutz und Rettung Zürich gehalten und drehte sich im allgemeinen um Notfallsituationen und das korrekte Vorgehen. Der zweite Vortrag wurde von einem Rettungshelfer der REGA gehalten. Er stellte die REGA vor und erzählte von ihrer Arbeit. Nach den Vorträgen versammelten wir uns auf dem Lastwagenwendeplatz. Ich ahnte nicht was jetzt kam. Hätte ich es geahnt hätte ich den Fotoapparat mit rauf genommen. Der Rega-Rettungshelfer erklärte uns das Verhalten, wenn der Heli landet und wies uns an alles was wegfliegen könnte zu verstauen. Es würde dann etwas windig werden. Oh man, die Untertreibung des Jahres! :-) Dann kam er. Ein Studi von Fribourg durfte den Helikopter einweisen. Er flog über uns hinweg und drehte sich so, dass er die Sonne im Rücken hatte. Dann setzte er ca. 1m vor meinem Studien-Kollegen auf dem Boden auf. Der Wind war gewaltig. Danach durften wir uns den Heli anschauen und die Crew ausquetschen. Ich nahm mir den Notarzt vor und fragte ihn zu seinem Werdegang aus. Es ist ein langer Weg! Er hat ursprünglich Anästhesie gemacht und dazu ganz viele verschiedene Rotationen zb. Pädiatrie, Intensiv, Innere, Chirurgie etc. Wenn ich dann in vielen Jahren mal meine Assistenz antrete, werd ich mich sehr genau informieren, was ich alles brauche für den Notarzt :-) Aber jetzt hab ich wenigstens ne gewisse Vorstellung. Nach ca. 1h verliess uns die REGA-Crew wieder. Leider! Aber wir lagen schon eine Stunde hinter dem Zeitplan.

Wir versammelten uns in die eingeteilten Gruppen und begaben uns zum 1. Posten. Den ersten Kurs hatten wir beim Leiter von Schutz und Rettung Zürich. Ein lustiger Typ voller Energie. Die Situation war folgende. Einer von uns machte den Figuranten und spielte einen Mann der von der Leiter gefallen war und dabei eine Scheibe zerbrochen hatte. Nun steckte eine grosse Scherbe in seinem rechten Arm und das Blut spritzte nur so. Wir hielten sofort den Arm hoch und versuchten abzudrücken. Das reichte nicht und wir legten einen Druckverband an. Das reichte auch fast nicht, aber wir hatten sonst nix mehr. Wir versuchten dann das ABCDE schnell durchzumachen um nichts zu übersehn. Trotzdem zogen wir bei E (Exposure) das Tshirt nicht hoch und verpassten die Scherben in seinem Bauch. Wenigstens hatten wir diesmal frühzeitig die Rettungskräfte alarmiert. Danach besprachen wir die Übung und der Instruktor meinte, dass wir den Arm ruhig ganz hätten abbinden können. Ein Arm übersteht eine Stunde ohne Blut.

Danach gings zum Mittagessen. Ich hatte einen Riesenhunger, da das Frühstück auch schon 5h zurücklag. Nach dem Essen gings weiter mit der Postenrotation. Wir lernten wie man jemand auf ein Spine Board lagert und richtig festbindet und der Nacken richtig gestützt wird. Ausserdem lernten wir die unterschiedlichen Pneumothorax-Formen und ihre Symptomatik kennen. Ich hoffe ich habe nie einen Spannungspneumothorax vor mir und keine Nadel dabei. Der letzte Posten war Infusionen-stechen! Ich fands super! Leider hab ich nicht getroffen, aber wenigstens weiss ich  nun wies geht und wie man eine Infusion vorbereitet. Ich selber wurde nicht gestochen, da meine Venen zu faul waren um sich zu zeigen. Ich hatte schon den ganzen Tag kalt und zu wenig getrunken, da war klar, dass man bei mir nix findet.

Danach gings zum Abendessen. Ich hatte diesmal keinen Hunger, da ich am Mittag ne riesen Portion Spaghetti verdrückt hatte :-) Nach dem Essen hatten wir einen Vortrag über MANV (Massenanfall von Verletzten) und langsam kristalisierte sich das Thema der Nachtübung heraus. Um 22 Uhr gings los. Mit Notfalltaschen, Spineboards und Halskragen bewaffnet machten wir uns auf den Weg zum Unfallort. Wir wurden per Funk angefordert. Es waren also schon Leute vor Ort und versuchten die Situation in den Griff zu bekommen. Der Einsatzleiter teilte die Teams ein, es wurden die Sammelplätze für die Kategorien I, IIa, IIb und IV („Hoffnungslose“) festgelegt. Ein Team wurde für die Pre-Triage losgeschickt. Mitlerweile war die Rauchentwicklung in der Gefahrenzone so stark, dass diese nicht mehr betreten werden durfte. Die Feuerwehr hatte auch Verspätung weil sie von einem Baum blockiert wurde. Wir sammelten also erst die Fälle, die weiter verstreut waren eine uns schafften sie zum Sammelpunkt. Es hatte offene Frakturen, Schädelhirn-Traumata, Verbrennungen und auch schon einige Tote. Insgesammt waren es etwa 30 Patienten. Ich verbrachte den Grossteil der Übung damit Patienten mit Spineboards zur Sanitätsstelle zu schaffen. Ein Besoffener machte uns extreme Schwirigkeiten und wir konnten ihn nicht festbinden, da er so viel Kraft hatte. Dann war die Übung beendet. Nach 1h 15min. Mir kams kürzer vor.

Nach der Übung versammelten wir uns im Theorieraum und tranken heissen Tee. Anschliessend wurde die Übung besprochen. Einer der Leiter hatte minutiös die Zeiten aufgeschrieben wann was passierte. Wann die ersten Rettungkräfte vor Ort waren, wann der erste Patient behandelt wurde, wann der erste abtransportiert wurde, welche Krankenhäuser wieviele Patienten aufnahmen, wieviele per Heli weggebracht wurden etc. Ich wusste nach der Übung nicht mal wo der Abtransportplatz war, aber es gab offenbar einen. Eine solche Situation ist der Wahnsinn! Wir hatten jetzt nur 30 Verletzte, das ist nichts im Vergleich zum Zugunglück von Eschede mit 101 Todesopfer, 106 Schwerverletzten, 88 leicht oder unverletzten Personen und 650 Helfern. Gut das bei uns alles nur gestellt war *puh* Nach der Besprechung gab es noch Dessert (Schoggi-Creme). Wir assen sie schnell und gingen uns dann duschen. Zwischen 00.00 und 00.30 war Frauen-Duschzeit :-) Ich hatte trotz der Kälte extrem geschwitzt und war über ne warme Dusche froh. Danach ging ich ins Bett. Ich schlief wie ein Stein!

1. Schmidrüti-Tag: Freitag

Veröffentlicht in Studium, Unileben tagged , , um 09:50 von Momoko

Nach einem langen Unitag stiegen die Fribourger des 3. Semsters um 17.34 Uhr in Fribourg in den Zug Richung Bern. Er war voll gestopft und wir hatten alle grosse Taschen oder sogar Rollkoffer dabei. Mühsam. In Bern mussten wir umsteigen und fanden fast keinen Platz. Nach langem durchlaufen mit den schweren Taschen fanden meine Kollegin M. und ich endlich einen freien Platz. Ein Glück konnten wir bis Winterthur sitzen bleiben. In Zürich stieg dann auch 90% des Zuges aus. Juhu! Nach einem weiteren Mal umsteigen erreichten wir schliesslich Wila. Ein kleines Kaff im Zürcher Oberland. Dort wurden wir schon von 3 PKWs und ihren Fahrern erwartet, die uns nach Schmidrüti bringen sollten. Der letzte Bus fuhr nämlich schon um 18.30 Uhr und mitlerweile war es 20.15 Uhr. Um 20.30 Uhr erreichten wir endlich die alte Militäranlage Schmidrüti, die früher mal eine geheime Raketenabwehr der Schweiz war. Wir wurden sofort angewisen uns warm anzuziehen, die Taschenlampen zu holen und unser Gepäck in die Schlafsäle zu bringen. Danach folgten wir der Strasse den Hügel rauf mit unklarem Ziel. Als wir um die erste Kurve bogen bot sich uns folgendes Schauspiel. Zwei kollidierte Autos, eines brannte und rauchte, um die Wagen herum mehrere Verletzte und einige schreiende Personen die uns entgegen rannten. Unsere Kollegen von den anderen Unis waren schon fleissig zu Gange und wir völlig überfordert. Der Wurf ins kalte Wasser hatte uns mächtig unterkühlt. Ein Helfer rief mich an, ich solle auf eine Patientin aufpassen und ihre Vitalzeichen kontrollieren. Als er zurückkam und wir erneut Puls massen, war keiner mehr tastbar. Wir begannen mit der kardiopulmonalen Reanimation doch die Patientin war nicht mehr zu retten. Kurz darauf half ich einen anderen Patienten mit starken Abdominalschmerzen zum Sammelpunkt zu tragen. Endlich trafen die Rettungswagen ein und die Patienten wurden vorgestellt. Nachdem sich der Notarzt einen Überblick verschafft hatte war die Übung beendet.

Wir liefen zurück zum Gebäude in dem sich der Theoriesaal befand und schnappten uns erstmal einen heissen Becher Tee. Ich war durchgefrohren. Danach wurde besprochen, was bei der Übung alles falsch lief. Niemand hatte die Strasse abgesperrt, es hätte also passieren können, dass ein weiteres Auto um die Ecke kommt und uns alle umfährt. Die Patienten wurden zu spät von den rauchenden Autos weggeholt. Viele Patienten und Helfer hätten jetzt wohl ne Rauchvergiftung. Die Helfer hatten bei den Übergaben an den Notarzt oft zu wenig Ahnung, was dem Patienten wirklich fehlte. Ect…. Aber im grossen und ganzen waren die Instruktoren mit dem Umgang der Situation von unserer Seite zufrieden.

Die Uhr zeigte mitlerweile 23 Uhr und ich war seit 5.45 Uhr auf den Beinen. Nach dem Kuchenessen verschwand ich Richtung Schlafsaal und haute mich aufs Ohr. Im Saal war es saukalt und ich schlief deshalb nich so gut. Aber 5-6 Stunden habe ich wohl doch gekriegt.

Über den Samstag und Sonntag später mehr. Ich muss jetzt meine Physiologiepraktikum von heute Nachmittag vorbreiten :-)

10.04.09

Daheim

Veröffentlicht in Studium, Unileben tagged , um 19:30 von Momoko

Es war ein langes langes langes und kaltes Wochenende in Schmidrüti. Ich bin totmüde und mein Kopf ist voller neuer Infos!

Der Bericht über mein geniales Trauma-WE folgt morgen!

Gute Nacht :-)

10.01.09

Best of Suchbegriffe

Veröffentlicht in Blog tagged um 20:02 von Momoko

Ich hab mal wieder meine Statistik durchforstet und es hab ein paar interessante Suchbegriffe gefunden.

Mein Leben und die Medizin

Da hat wohl jemand direkt nach mir gesucht. Oder?

Pflegepraktikum Orthopädie spannend?

Weiss ich leider auch nicht. Ich war auf der Gyni.

Geschichten zu Marroni

Bald gibt es sie wieder :-) Vieleicht gibts dann neue Geschichten

abgeschnittene Hand

Autsch! Auf Eis legen und ab ins Krankenhaus!

Präpkurs Schwangerschaft

Ich meinte gehört zu haben, dass es nicht schädlich sein soll. Aber besser nochmal informieren.

Nippel auf dem Tisch

Dazu fällt mir nix ein^^

3. Jahr Medizin Fribourg

Die ersten 20 Leute haben vor 2.5 Wochen angefangen. Mal schauen wie das 3. Jahr in Fribourg ankommt. Bisher hab ich nur gehört, dass es voll gemütlich sein soll, weil es so wenige sind und sich alle kennen.

raus aus der Pflege, arbeiten im OP

Wie wärs mit ner Weiterbildung als technische Operationsassistentin? Da muss man nicht mal vorher Krankenschwester gelernt haben. (jedenfals in der Schweiz ist es so) Oder ne Weiterbildung zur OP-Schwester.  Die habens auch drauf.

arrogante Medizinstudenten

boing! Ein Schlag ins Gesicht. Ich zähl mich da nicht dazu. :-)