07.31.09

Letzter Tag

Veröffentlicht in Häfelipraktikum tagged um 19:48 von Momoko

Heute war mein letzer Tag auf der Gyni! Juhu!! Schlussfazit: Naja! Ich fand den Monat nicht so super, wie ich es mir erhofft hatte. Am Ende war ich nur der billige Ersatz für die Pflegeassistentin, die Ferien hatte. Alle haben erwartet, dass ich die Arbeit genau so gut erledige wie sie. Das ich die Bestellungen mache und sofort weiss wo alles verräumt ist oder aufzufinden ist. War mal etwas nicht am gewohnten Platz oder fehlte wurde ich gleich angepfiffen! Das einzig tolle an diesen 4 Wochen war mein Morgen im OP. Sonst hab ich nix gesehen. Ich hatte keinen Einblick in die Pflege, war nie bei einer ärztlichen Untersuchung dabei oder konnte bei der Patientenversorgung helfen. Meine Aufgaben umfassten Frühstück machen, Wäsche verteilen, Dienstkleider in die Wäscherei bringen, Untersuchungszimmer aufräumen, Spekula-Kübel waschen, Geschirrspüler ein und ausräumen, Patienteneintritte herrichten, Abfall entsorgen, Botengänge erledigen und die Schränke auffüllen. Diese Fertigkeiten werden mir in meiner späteren Laufbahn eine grosse Stütze sein. *Ironie-Modus aus*

Am Montag nehme ich meinen Monat auf der Wochenbettabteilung in Angriff. Heute hab ich es bereut freiwillig nochmal einen Monat drangehängt zu haben. Ich hab die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass es dort besser werden könnte. Drückt mir die Daumen.

Die Pflicht ist vorbei, jetzt beginnt die Kür!

07.30.09

Sch***Tag

Veröffentlicht in Häfelipraktikum tagged , um 16:26 von Momoko

Heute war kein guter Tag. Ich hatte jedenfals das Gefühl…

Die Nachtwache hatte in der Nacht einen Abort bei einer Patientin, die am Morgen für eine Auskratzung angemeldet war. Die Medis haben da schon gereicht um den Embryo abzustossen. Der Embryo wurde in einer Schale im Ausguss aufbewahrt und sie zeigte ihn mir. Er war vieleicht einen halben Zentimeter gross und in der Plazenta eingeschlossen. Die Plazenta war etwa so gross wie eine Handfläche. Der Embryo befand sich in der 8. Woche. Laut meiner Embryologie-Vorlesung sind in diesem Stadium die Extremitäten fertig entwickelt und die ersten unkoordinierten Bewegungen beginnen. Es war eindrücklich!

Dies war für mich das freudigste Ereigniss an diesem Tag. Traurig oder? Später schnauzte mich die Schülerin (die etwa 3 Jahre jünger ist) an, weil die Patienteneintritte nicht in die Karteien eingeordnet sind. „Es ist ja nichts gemacht!“ Ja tschuldigung! Die blöden Printer-Karten, die man benötigt um die blöden Akten anzuschreiben waren gestern noch gar nicht gekommen. Anstatt ihr das zu sagen bin ich ganz klein geworden. Ich bin so doof. Ich war zu perplex um angemesen zu reagieren, weil ich einfach erstaunt war, wie die mit mir redet. Danach hat sie mich noch angemotzt weil ich einer Patientin in ihrem Zimmer den falschen Schrank zugewiesen hatte. Wow, die Welt geht unter!! Ich finde sie echt unsympathisch! Sie hat sich schon am Anfang so schnippisch mir gegenüber verhalten. Diese „Ich-bin-was-Besseres“-Haltung kotzt mich doch an!

Später hatte eine Chemotherapie-Patientin, die ich schon ein paar mal gesehen hatte und die mir sehr sympathisch ist, einen Chemo-Termin. Während der Chemo verschlechterte sich plötzlich ihr Allgemeinzustand. Sie hatte sensible Ausfälle im Gesicht und spürte ihre Zunge nicht mehr. Sie wurde sofort auf die grosse Notfallstation verlegt. Ich wurde erst gefragt ob ich beim Transport helfen könnte, doch der Verantwortlichen war es dann doch zu heiss und sie nahm eine Krankenschwester mit. Als ich sie mit der Patientin in den Lift fahren sah, dämmerte es mir, dass es wohl nicht mehr lange dauern würde. Ihre Operation haben die Chirurgen abgebrochen als sie die Tumore sahen. Ich weiss nichts konkretes, aber sie hatte wohl den ganzen Bauch voller Metastasen. Sie hat einen 11 Monate alten Sohn….es ist einfach so scheisse unfair….so unfair….

07.28.09

Könntest du? Würdest du? Hättest du? oder H1N1

Veröffentlicht in Häfelipraktikum tagged , um 17:15 von Momoko

Heute war ich permanent am rumrennen. Bis zum Mittagessen hatte ich keinen Tropfen getrunken und mir wars noch  nicht mal aufgefallen.  Die Arbeiten vor Frühstück erledigte ich eigentlich gut und schnell. Nach dem Frühstück musste ich die Essen für die stationären Patientinnen bestellen. Nur heute hatten wir 3 OPs, 5 Eintritte, 1 Notfall und 2 kurzstationäre Patientinnen, die vom Notfall betreut werden und von denen ich nicht so Ahnung habe. Kurz gesagt, die Essensbestellung hat ewig gedauert und warf mich ziemlich zurück. So konnte ich die Dienstkleider nicht am Morgen zur Wäscherei bringen, was ich dann am Nachmittag erledigen musste. Ein drunter und drüber. Dazu kam, dass heute jeder das Gefühl hatte, ich hätte Ahnung oder war zu sagen. Die Putzfrau fragte mich aus, wie sie das Isolier-Zimmer putzen soll. Dabei hatte ich diese Patientin nie gesehn, ich wusste nicht ob sie den Norovirus hatte oder was sonst los war. Niemand der gerade auf der Station war, wusste was gestern noch mit dieser Patientin ablief und zum Abklären war die diplomierte Schwester einfach zu beschäftigt und musste die Putzfrau auf später vertrösten. Das hat die gar nicht gefreut.

Dann kam die erste Patientin. Als ich sie zu ihrem Bett brachte, war dieses nicht hergerichtet. Wir hatten es vergessen. Ich musste sie also kurz vertrösten und dann in Eile ihr Bett machen. Sie fands nicht so lustig. Naja… Dann war zum Glück Mittagspause. Ich war am verhungern!

Als wir vom Mittag zurückkamen, stand natürlich schon der Essenswagen da. Schnell verteilte ich das Essen. Diese Arbeit geht schnell und macht mir noch Spass. Man sieht dabei alle Frauen, die auf der Station liegen.

Im Wartebereich des Notfalls sah es mitlerweilen katastrophal aus. Überall lagen Zeitschriften rum und einige Besucher waren unfähig ihre Trinkbecher im Kübel zu entsorgen. Aber ich hatte keine Zeit mich darum zu kümmern. Ich musste schnell in die Apotheke die Chemotherapie holen. Als ich zurück war verräumte ich das Material aus dem Zentralmagazin, an dem ich schon den ganzen Morgen vorbeigelaufen war. Dann musste das med. Material in den Stationszimmern von der Station und dem Notfall und dem Chemo-Zimmer aufgefüllt werden. Dazwischen wurde ich ständig abkommandiert um irgendwas zu holen, herzurichten, neu zu beziehen (Transportliege, Notfallbett) etc…das kann einem extrem bremsen, wenn man ständig von einer Arbeit weg muss.

Um 14 Uhr stresste ich in die Wäscherei und zurück. Als ich zurück war, war die Rohrpost verstopft und ich musste ins Labor rennen um Blut abzugeben. Und so gings munter weiter bis um 16 Uhr. Feierabend. Doch anstelle nach Hause zu gehen, ging ich mit den anderen Gyni-Mitarbeiterinnen zur Info-Veranstalltung der Infektiologen über die Nordamerikanische Grippe A (H1N1). Das Spital ist zum jetztigen Zeitpunkt gut vorbereitet, wie ich finde. Es wurden schon viele Richtlinien erlassen und in der Notaufnahme wurde ein separater Bereich für Erkrankte und Abklärungen eingerichtet, der sogar einen separaten Eingang hat, damit die Infizierten nicht durch die ganze Notaufnahme latschen. Sogar unsere Gyni-Notfälle werden dort abgeklärt. Wir müssen die schwangeren Damen also rüberschicken, egal wie dick der Bauch schon ist :-)

Jetzt brauch ich ned Dusche! :-)

07.24.09

Die Berufung zum Arzt, der Kampf um das Essen und Besuche aus der Vergangenheit

Veröffentlicht in Häfelipraktikum tagged , , um 22:21 von Momoko

Heute war ein nervenaufreibender Tag. Alle waren gereizt und blaften sich ständig gegenseitig an. Keine angenehme Atmosphäre. Deshalb bin ich froh, dass jetzt Wochenende ist.

Ich half heute vorallem auf der Notfallstation. Es mussten die Akten für kommende Woche rausgesucht werden. Dieser Job ist mühsam. Es kann sein, dass sich die Mäppchen im Ambulanzsekretariat oder in der Ärzteablage im Postbüro befinden. Wenn sie nicht dort sind, sind sie entweder beim Diktieren in einem Arztbüro und man kommt nicht an sie ran. Für die Mitarbeiter auf dem Notfall ist es mühsam, wenn die Krankengeschichte unauffindbar ist. Noch blöder ist es wenn positive Laborbefunde vorliegen und man findet die Patientenakte nicht um die Werte hineinzulegen damit die Patientin informiert werden kann. Heute war ich jedenfals sehr erfolgreich und hab fast alle Mäppchen gefunden.

Nach dem Frühstück kümmerte ich mich um die Essensbestellung und kam dabei mit einer Patientin ins Gespräch. Ich erzählte ihr, dass ich hier mein Krankenpflegepraktikum absolviere und Medizin studiere. Plötzlich fing sie an von Gott zu sprechen und das jeder Mensch zu seiner Lebensaufgabe berufen wird. Ich wurde also von Gott auserwählt Ärztin zu werden. Super Sache, dann muss ich ja nicht mehr lernen :-) Nein Spass beiseite, ich finde es wichtig in einem Beruf wie diesem an eine höhere Macht zu glauben. Ich denke man würde sonst an den Schicksalen die einem begegnen werden kaputt gehen. Ich bin nicht extrem gläubig, aber ich glaube das eine höhere Macht existieren könnte, egal wie man sie nennt.

Nach diesem spirituellen Ausflug wurde es auch bald Mittag und der Essenswagen kam. Eine junge Patientin, die gerade aus dem OP kam, hatte riesen Kohldampf :-) Für sie war aber leider kein Essen bestellt worden, da die operierten Patientinnen normalerweise erst um 14 Uhr aus dem Aufwachraum kommen. Heute herrschte dort aber riesen Verkehr und die Patientinnen wurden viel früher als sonst auf die Station zurück gebracht. Ich versprach ihr eines der Reserveessen, die wir immer bestellen. Blöderweise war aber auch das Chemotherapie-Zimmer voll und dort wollte auch gegessen werden. 5 Patientinnen 4 Reserve Essen. Hm… Als der Essenswagen kam wollte ich das versprochene Reserveessen (Rindsgeschnetzeltes mit Polenta) holen. Meine Betreuerin wollte es aber nicht rausrücken.

Ich: „Ich habe ihr aber das Rindsgeschnetzelte versprochen“

M: „Die Frauen im Chemo-Zimmer wollen aber auch essen“

Ich: „Dann biete ihnen doch noch den Salatteller von Frau B. an. Sie ist schon gegangen“

M: „Nein, diese Frauen bekommen dieses Essen“

Ich: “ Das spielt doch keine Rolle. Ich habe es ihr versprochen. Weisst du was, ich nehm dir das Essen jetzt einfach weg, dann kannst du es nicht verteilen“

Und so hab ichs auch gemacht. Was soll der Scheiss!! Eine stationäre Patientin soll auf ihr versprochenes Essen verzichten? Die Chemo-Frauen können nachher ja heimgehn und noch was richtiges Essen, wenn der Salatteller nicht gereicht hat. Ausserdem hatte es ja noch 3mal Gulasch. Es musste also nur eine Patientin Salat essen und die schien nicht unglücklich zu sein. Egal, ich war zufrieden mit mir. So ein Schwachsinn wirklich! Beim Mittagessen meinte einer der Pflegefachfrauen, dass ich richtig entschieden hätte.

Später am Nachmittag traf ich noch eine alte Bekannte vor dem Aufzug. Sie hatte einen riesen Bauch! Im 8. Monat! Ich hatte sie bestimmt 5 Jahre nicht mehr gesehen und war erstaunt, dass sie schon seit 2 Jahren verheiratet ist und jetzt ein Baby bekommt. Man hat nie etwas von ihr gehört, obwohl sie mal mit meiner Schwester ne WG hatte. Das Leben rasst einfach so an einem vorbei.

Ich geh jetzt ins Bett und freue mich darauf morgen auszuschlafen :-D

07.23.09

220/150

Veröffentlicht in Häfelipraktikum tagged , , , um 17:29 von Momoko

So hoch war der Blutdruck einer Patientin während ihrer OP.

Ich staunte nicht schlecht, als ich das bei der Schichtübergabe hörte. Die Patientin versicherte den Ärzten und Krankenschwestern, dass sie keine Medikamente einnehme oder verordnet bekommen hätte. Ihr Blutdruck wurde während des ganzen Tages immer wieder kontrolliert und sank nur auf 155/95, also immer noch zu hoch. Ausserdem befand sich die Sättigung auch im Keller. Sie war nur 92% bei 4l Sauerstoff. Die Ärztin telefonierte später mit dem Hausarzt um ihn zu informieren, dass sie der Patientin nun Blutdruckmedis verschrieben habe. Darauf meinte der Hausarzt, dass er das schon länger getan habe, sie die Medis aber nicht nehme.

Na super! Da sorgt man sich den ganzen Tag und dann hört man am Schichtende so etwas! Wie sagt ein bekannter Arzt mit Gehstock doch immer: „Jeder Patient lügt“ Das ist wahrscheinlich schon etwas theatralisch, aber es war das Erste, was mir in dem Moment einfiel. :-)

Eine weitere Patientin, die am letzen Abend von der Chirurgie zu uns verlegt wurde, hatte unglaubliche Blutwerte. Mir wurde fast schlecht, als ich das las. Clamydien, Gonorrhoe, Gardnerella vaginalis und Mycoplasma hominis!! Eine lebende Petrischale für Geschlechtskrankheiten! Ihr CRP-Wert lag bei 500! Auf der Station wurde rege über sie getratscht, da sie als Beruf „Masseurin“ angab. Von nix kommt ja nix. Deshalb nicht vergessen! „Im Minimum ein Gummi drum“ :-)

Sonst war eigentlich nix los. Ich hab mich dann noch der Visite aufgedrängt. Ich hab sowieso begonnen mich überall aufzudrängen, anders seh ich ja nix! Es gibt Tage, da mag ich es Schränke aufzufüllen, das hat irgendwas meditatives. Aber viel lieber würde ich mal Einblicke in die Pflege erhalten. Ich befürchte aber, dass es nächste Woche noch schwieriger wird, da dann meine Betreuerin in die Ferien geht und ich wahrscheinlich ihre ganze Arbeit übernehmen muss.

Und mein Rücken tut weh! Ich sass heute 2 Stunden am Tisch in verkrüppelter Haltung und hab Patienteneintrittsformulare ausgefüllt. 10 Patienteneintritte hab ich gemacht. Danach konnte ich mich kaum mehr bewegen und die Formulare hängen mir jetzt zum Hals raus :-) Wenigstens muss ich das jetzt nächste Woche nicht mehr machen. :-)

Noch eine kleine Anmerkung! :-) Das momentane Regenwetter läd zum Kinobesuch ein :-) Ich war diese Woche schon zweimal im Kino. Dafür kam halt der Schlaf etwas zu kurz. Egal…Schaut euch unbedingt „The hangover“ an! Der Film ist klasse! Super lustig! Wir haben ihn uns gestern angeschaut. Am Montag war ich in „Harry Potter“ Auch super, aber null Action! Als treue Buchleserin wusste ich das natürlich, meine Freunde waren jedoch etwas entäuscht. Story-technisch ist er super wobei die erste Hälfte auch einem Teenie-Roman entsprungen sein könnte. Ich sag nur es liegt Liebe in der Luft.*träller*

So, ich muss zurück aufs Sofa meinen Rücken strecken. Mein Osteopathie-Termin ist zum Glück nicht mehr weit entfernt :-)

07.17.09

Mein Tag im OP!

Veröffentlicht in Häfelipraktikum tagged , , , um 20:11 von Momoko

Vorgestern habe ich die Formulare für einen Patientinneneintritt zusammengestellt und gesehn welche OP ansteht. Es handelte sich um eine Tumorektomie an beiden Brüsten mit Entfernung der Lymphknoten rechts und einem Sentinel links. Ich setze mich an den Computer im Stationszimmer und guckte nach, was ein Sentinel ist. Die ganze OP klang spannend und ich ging zur Stationsleitung und fragte sie ob ich die OP anschauen dürfte. Sie versprach mir nachzufragen und es klappte. Heute morgen um 7 Uhr gings also in den OP.

Erst musste ich in der Garderobe meine Pflegerinnen-Klamotten gegen die coolen blauen OP-Klamotten tauschen. Haube auf und Mundschutz umgebunden, führte mich die OP-Schwester zum OP 1, in dem die Operation stattfand. Die Anästhesie war schon da und bereitete alles vor. Ich stellte mich in die Ecke um nicht im Weg zu sein. Da gleichzeitig an der rechten und linken  Mamma und Axilla operiert wurde war der Operationssaal ziemlich vollgestopft. Auf beiden Seiten standen ein Arzt, eine Assistenzärztin oder UHU (Unterassistentin) und die OP-Schwestern. Hinter dem Vorhang ein Anästhesist und eine Anästhesie-Schwester.

Nach dem die ganzen Instrumente ausgepackt waren gings los. Erst wurde auf der linken Seite der Sentinel gemacht. Der Arzt injizierte den Farbstoff Patentblau und identifizierte so die Lymphknoten, die am nächsten zur Brustdrüse liegen. Dies sind natürlich die ersten Lymphknoten, welche Metastasen abbekommen. Der Chirurg schnitt zwei Lymphknoten raus. Die gingen sofort in die Pathologie wo ein Schnellschnitt gemacht wurde. So erfährt das operierende Team ganz schnell was Sache ist. Sind die Sentinels beide „verseucht“ werden alle Lymphknoten in der Axilla entfernt um eine Ausbreitung der Krebszellen via Lymphabfluss zu verhindern. Bei unserer Patientin war auf der linken Seite zum Glück alles in Ordnung. Auf der rechten sah es nicht so rosig aus. Die Chirurgin entfernte sehr viel Brustgewebe und schnitt alle Lympfknoten aus der Axilla raus. Dies war jedoch schon vorher klar, sonst hätte man dort auch einen Sentinel gemacht.

Am Anfang der OP stand ich an der Wand und konnte kaum etwas sehen. Die Anästhesieschwester bemerkte das und bot mir an über den Vorhang, der das OP-Feld von der Anästhesie trennte, zuzuschauen. Ich stellte mich auf einen Schemmel und konnte so direkt auf das Operationsfeld blicken. Cool! :D Ein paar Mal wurde mir etwas schwindlig und ich ging kurz raus. Aber sonst fühlte ich mich eigentlich mehr oder weniger gut. Es war halt was total anderes! Vorallem der Kauter machte mir etwas Mühe. Der stinkt :-) . Die Anästhesieschwester erzählte mir, dass es ganz schlimm sei, wenn die Chirurgen mit der Kauter-Schere den Thorax öffnen. Das rieche man bis zum Pausenraum rüber. Ui!

Nach über einer Stunde dann der Anruf von der Pathologie. Es musste noch etwas nachgeschnitten werden. Danach wurde zugenäht. Um 10 Uhr war die OP vorbei. Ich drücke der Patientin ganz fest die Daumen, das alles erwischt wurde und sie wieder gesund wird.

Ich wechselte dann den OP, weil nebenan in OP 3 ein Kaiserschnitt stattfand. Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. :-) Eine Hebammen-Praktikantin war auch dort und wir stellten uns auf kleine Schemmelchen und blickten direkt auf den grossen Bauch. Erst wurde die Haut geschnitten und dann das Fettgewebe. Dann steckten der Arzt, die Unterassistentin und eine Hebamme die Hände in den Bauch der Patientin und rissen und dehnten den Einschnitt was ging. Es sah brachial aus! :-) Dann wurde der Uterus aufgeschnitten und das Baby rausgeholt. Das kam aber nicht freiwillig raus sondern wurde rausgezerrt und begann gleich darauf zu schreien :-) Brav :-) Drausen warteten schon die Kinderärzte auf das Kleine (Ich muss gestehen, dass ich keine Ahnung hab ob Mädchen oder Junge. Ich hab das Geschlecht nie gesehn, da es immer auf dem Bauch lag) :-) Der Kaiserschnitt wurde durchgeführt weil das Kind zusätzliche Herztöne hatte und man sich entschied es besser zu holen, als etwas zu riskieren.

Ich ging dann zurück in OP 1 wo der Anästhesist und die nette Anästhesieschwester die Narkose ausleiteten und Extubierten. Ich half noch kurz beim Panadol-Zäpfchen geben, da die eine OP-Schwester schon abgehauen war. :-)

Danach zurück in den OP 3. Dort wurde gerade der Uterus zugenäht. Als die Naht beendet war verabschiedete sich der Oberarzt und gratulierte noch den frischgebackenen Eltern zum Baby. Zurück blieb die Assistenzärztin und die Unterassistentin. Sie kümmerten sich um die Hautnaht. Aber eine Naht war das nicht, der Bauch wurde geklammert. Erst war ich total geschockt und stellte mir schon die mega Horrornarbe vor! Aber die Schwester meinte, dass die Narbe mit den neuen Klammergeräten sehr fein und schön werde und man später nix sieht. Die Inzision war natürlich ruck zuck geklammert und der OP beendet. Mein Blick ging zum Sauger. Im Auffanggefäss befand sich 1.6 l rote Flüssigkeit. Ich stutze und überlegte, dass dies nicht nur Blut sein kann. Es wär viel zu viel und die Frau wär längst bewusstlos. Die OP-Schwester bemerkte meinen Blick und meinte, da wäre auch noch Fruchtwasser drin. Ah so!!! Alles klar :-)

Als die neue Mami aus dem Zimmer gefahren wurde erzählte mir die Anästhesieschwester, dass in OP 1 gleich ein kurzer Eingriff stattfinden würde, bei dem die Patientin nicht intubiert sondern via Maske beatmet würde. Ich solle fragen ob ich beim beatmen helfen darf. Und ich durfte. Eine halbe Stunde hielt ich die Sauerstoffmaske und drückte den Beutel. Der Anästhesist stand immer neben mir und erklärte mir die Monitoranzeige. Die Patientin hatte bei selbständiger Atmung von Anfang an nur eine Sauerstoffsättigung von 91% Das ist echt wenig. Ein Blick auf das Anästhesieprotokoll zeigte warum. Die Frau ist Raucherin. Bei der 1. Op erzählte mir die Anästhesieschwester nämlich, dass sie bei einem Sättigungsabfall schon ab 94% in Alarmbereitschaft geraten, aber wenn ein Patient schon von Anfang an eine so tiefe Sättigung habe, sei das normal. Als ich sie beatmete stieg ihre Sättigung auf 100%.

Nach diesem kurzen Eingriff und meinem Ausflug in die Anästhesie zeigte die Uhr schon 12 Uhr Mittag und mein Magen knurrte. Das flaue Gefühl war verschwunden. Ich verabschiedete mich von den OP-Leuten und bedankte mich, dass ich zuschauen durfte.

Im Stationszimmer angekommen sprudelte es aus mir raus und ich erzählte der Pflegeschülerin alles. Nachher war meine Laune super! Und sie ist es jetzt noch :D

07.14.09

Hitzestau!

Veröffentlicht in Häfelipraktikum tagged , , um 17:33 von Momoko

Und zwar in unserem Stationszimmer! Überall ist es kühler als dort!

Heute war nix los! Wir haben noch eine Patientin und bei der muss man nicht viele machen. Nach ihrer Wertheim-OP verschlechtert sich ihr Allgemeinzustand und die Ärzte wissen nicht wieso. Das Herzecho von Gestern zeigte nichts, was ja eigentlich eine gute Nachricht ist. Sie hat auch keinen Appetit mehr, weshalb heute die Ernährungsberaterin bestellt wurde. Hoffentlich findet sich etwas zum Essen, das sie anmacht, den gar nix mehr essen ist auch nicht die Lösung.

Sonst standen die üblichen kleinen Arbeiten an. Dienstkleider austauschen, Untersuchungsraum vorbereiten (heute klebte Zeug an den Spekula, ich will gar nicht wissen was es war), Essen verteilen (ein einziges Essen, ich habs fast nicht geschafft :) ), in die Apotheke latschen um die Chemotherapie abzuholen, ins Labor latschen weil die Rohrpost verstopft war…etc…. Um die Zeit rumzubringen habe ich noch zwei Schränke geputzt. Das wird immer gemacht wenn wenig zu tun ist. Fand ich noch gemütlich. Da hatte ich ein bisschen Zeit um vor mich hinzuträumen.

Die Pflege-Schülerin hatte am Morgen Glück und durfte sich einen Kaiserschnitt anschauen und zur Krönung waren es auch noch Zwillinge. Ich war neidisch :) Sie hat sich dann das ganze OP-Morgenprogramm reingezogen und um 12 Uhr fragte sich plözlich die Ausbilderin „Ist G. immer noch im OP?“ Als sie dort anrief, wurde ihr mitgeteilt, dass sie sich gerade die Laporoskopie anschaue :) Ihre 4. OP an diesem Morgen :) Die Ausbilderin hat sie dann zurückgepfiffen und sie Mittagessen geschickt. Sie war ganz schön kaput vom Stehen. :)

Momentan haben wir auf der Station Diebe. Die Nachtwache war ganz schön aufgeregt. Es wurde schon zweimal geklaut und niemand hat jemanden gesehn. Das Merkwürdige an der Sache ist, dass es immer dann geschieht, wenn die Patientinnen zu einer Untersuchung gefahren werden. Als wüssten die Diebe wann das geschieht. Auf unserer Station befindet sich die Warteecke vom Notfall und dort sitzen natürlich immer Leute rum, die auf den Notfall wollen. Es wäre unmöglich zu sagen ob da ein Dieb dabei sitzt. Wir sind jedenfalls auf der Hut. Unsere Sachen und die der Patientinnen sind gut weggeschlossen und der Sicherheitsdienst weiss bescheid.

07.13.09

Geht doch!

Veröffentlicht in Häfelipraktikum tagged um 20:48 von Momoko

Heute war die Stimmung irgendwie besser. Ich kann es nicht erklären. Vieleicht hat sich das Team nun auch an mich gewöhnt. Keine Ahnung :)

Bei meiner Kollegin M. auf der Inneren liefs heute leider nicht so Rund. Ihr wurde versprochen bei einer Knochenmark-Biopsie zusehen zu dürfen. Als sie den Untersuchungsraum betrat und sich bei der Assistenzärztin ankündigte, meinte diese, sie solle erst auf der Station alle Pflegerinnen fragen ob sie noch Arbeite für sie hätten. Natürlich fand sich auf dieser grossen Station eine Arbeit die sie davon abhielt die Knochenmark-Biopsie zu sehen und sie gehorchte artig. Nachher kam die Assistenzärztin sich schnöde entschuldigen. Sie hätte sie falsch verstanden und gemeint sie wolle assistieren…ähm…ja…eine Pflegepraktikantin. Sicher. Meine Kollegin war natürlich entäuscht diesen Eingriff verpasst zu haben, da ihr Praktikum am Mittwoch beendet sein wird.

Um 16Uhr war ich schon wieder auf dem Heimweg. Der Tag verging sehr schnell. Den Rest dieses heissen Tages wollte ich aber nicht in der Wohnung verbringen. Ich schnappte mir mein Schwimmzeug und ging ins Freibad noch ne Runde schwimmen. Die Bewegung hat meinem Rücken gut getan :)

07.12.09

Häfelipraktikum: 1. Woche rum!

Veröffentlicht in Häfelipraktikum tagged , um 11:04 von Momoko

Am letzten Montag begann mein Häfelipraktikum im Kantonsspital A. Ich war echt gespannt darauf, was mich wohl erwarten würde und was ich alles tun dürfte. Meine Erwartungen waren hoch geschraubt…etwas zu hoch wie ich feststellen musste. Aber beginnen wir von vorne.

Ich traf also um 7.30 Uhr auf der Gynäkologischen Station ein und suchte erstmal das Stationszimmer. Als ich mich dort anmeldete fiel die Pflegeassistentin, der ich offenbar zugeteilt bin aus allen Wolken! „Was!! Sie ist schon da!!“ Sie war total gestresst. Ich wurde ihr anscheinend auf 8 Uhr angekündigt. Die Kommunikation funktioniert hier wohl nicht so gut. Im laufe des Tages trottete ich ihr also permanent hinterher und stellte schnell fest, dass sie ein Urgestein dieser Station darstellte. Sie arbeitet schon 20 Jahre hier und verrichtet immer dieselben Arbeiten. Wäsche auffüllen, Frühstück machen fürs Peronal, Geschirr wegräumen, Dienstkleider in die Wäscherei bringen, Essensbestellungen der Patienten aufnehmen und die Untersuchungsräume herrichten. Da sie gerade von ihren Ferien zurückkehrte herrschte im Wäscheschrank und in den Schränken mit dem medizinischen Zubehör das Chaos. Ich durfte mir also den ganzen Tag ihr Gemotze anhören, dass ohne sie hier gar  nichts laufen würde. Super! Dazu kam, dass sie Raucherin ist und ich immer mit ihr Rauchen gehn musste um sie nicht zu verlieren (ich rauch ja selber nicht, ich stand dann einfach immer daneben). Desweiteren klagte sie ständig, dass sie so viel zu tun hätte und voll im Stress wäre, aber wenn wir auf unseren Touren zum Technischen Dienst oder der Wäscherei einem männlichen Exemplar des Krankenhauspersonals über den Weg liefen, ging gleich das geflirte los. Da stand sie dann und quatschte 10 min und ich stand daneben und kam mir blöd vor.

Naja…am ersten Tag brachte mich das noch nicht auf die Palme. Das kam dann erst Mitte der Woche :)

Am Dienstag liefs besser. Es gab einen Krankheisausfall. Eine Schülerin war krank. Ich durfte also mit einer Krankenschwester mit zum Blutdruck messen und Betten machen. Das hat mir viel Spass gemacht und war nicht so langweilig wie Schränke auffüllen. Ausserdem lernte ich so auch die Patientinnen etwas besser kennen. Die meisten der Damen sind wegen Krebs auf der Station und werden oder wurden schon operiert. Die OP-Abteilung liegt auch auf unserem Stock. Als ich meiner Mutter erzählte, dass es mich auf diese Abteilung verschlagen hat, erschrak sie zuerst. Klar, es ist schon hart zu wissen, dass viele dieser Frauen, die nächsten 5 Jahre vielleicht nicht überleben. Dies wurde durch die Todesanzeige einer ehemaligen Patientin unterstrichen, die eine der Krankenschwestern beim Frühstück in der Zeitung fand…

Die folgenden Tage glichen dann wieder dem Montag und meine Laune verschlechterte sich. Die hatte nicht mit der Arbeit zu tun sondern mit meiner Betreuerin. Ich bin ein sehr wissbegieriger Mensch und stelle gerne Fragen und ich kann es überhaupt nicht leiden wenn meine Fragen nicht beantwortet werden oder ich komplet ignoriert werde. Sie hat leider die Angewohnheit mir keine Antwort zu geben und das hat mich echt sauer gemacht. Am Freitag platze mir der Kragen. Wir waren gerade dabei die Formulare für einen Patienteneintritt auszufüllen. Ich hatte das schon zwei mal gemacht und wusste mehr oder weniger wie es geht. Doch an einer Stelle wusste ich nicht mehr ob ich das Eintrittsdatum oder das OP-Datum eintragen musste und ich fragte sie das. Anstatt mir eine Antwort zu geben sagte sie, ich solle erst die anderen Sachen ausfüllen, wir kämen dann noch zu diesem Datum. Anstatt aufzugeben, sagte ich ihr sie solle jetzt bitte meine Frage beantworten, das mache sie nämlich nie! Ich glaube sie war etwas perplex, beantwortete mir die Frage dann aber. Den ganzen restlichen Tag redete sie wieder mehr mit mir, gab klarere Anweisungen und delegierte etwas mehr als sie sonst in der Lage war. Ich hab nämlich ein bisschen den Eindruck, dass sie ein kleiner Kontrollfreak ist, der nichts delegieren kann. Als ich den Untersuchungsraum vorbereitet hatte, konnte ich sie beobachten wie sie nachher rein ging um meine Arbeit zu kontrollieren….das hat mich echt genervt. Ich bin doch in der Lage den Untersuchungsraum vorzubereiten. Sie hatte mir ja gezeigt wie….*seufz*

Ich hoffe nächste Woche wird etwas abwechslungsreicher.

07.01.09

Bestanden!

Veröffentlicht in Studium tagged um 20:22 von Momoko

Dieses wunderschöne Wort leuchtete mir fettgedruckt aus meinem Benachrichtigungs-Email entgegen! Anschliessend musste ich spontan durch den Raum tanzen :D

Ich bin so erleichtert! Damit ist mein erstes Jahr als Medizinstudentin rum. Ich freu mich riesig aufs 3. Semester, in welchem wir unter anderem Nähen lernen. Präparieren wird auch wieder auf dem Stundenplan stehen und sich hauptsächlich mit den Inneren Organen beschäftigen. Auch die Vorlesungen werden sich vermehrt um die Organsysteme drehen.

Ab Montag arbeite ich im Spital und absolviere mein „Häfelipraktikum“. Darüber werde ich sicher viel zu berichten haben. Momentan kühle ich mich tagsüber im Freibad ab und geniesse die lernfrei Zeit.