04.26.09
Ein bisschen Statistik
Im Vergleich zu meiner Statistik-Vorlesung an der Uni, die mir enorm auf den Geist geht, finde ich meine Blog-Statistik umso interessanter.
Der Lupus-Beitrag ist am beliebtesten und hat bissher 1′219 Besucher gehabt. Das ist fast die Hälfte aller Besucher, die sich seit Beginn auf meinen Blog verirrt haben, nämlich 2′662. Ich will versuchen bald wieder einen grösseren Beitrag über ein medizinisches Thema zu verfassen. Ich weiss auch schon seit längerem welches, aber die Zeit für Recherche hat mir leider bis jetzt gefehlt. Aber der Beitrag wird kommen. Versprochen.
Zu erwähnen wären da noch die wenigen lustigen Suchbegriffe.
Zugsammelschiene vergessen
Was ist bitteschön eine Zugsammelschiene? Kein Ahnung
Mein Rat, einfach nicht auf den Fuss fallen lassen sonst ist er matsch.
nervöser Vater bei Geburt
Ist glaube ich normal. Hoffe der Sprössling ist schon gesund und munter auf die Welt gekommen.
Geburten im April 2009
Schon wieder ein Geburtensuchbegriff. Hab ich soviel über Geburten gebloggt?
Kittel für Präparierkurs Basel
Ach die lieben Basler-Studis hatten das Problem auch. Wie schön. Wir wussten Anfangs auch nicht wo wir uns die Kittel holen sollen. Daher tragen alle Laborkittel aus der Chemie und nicht die feschen Arztkittel, die man hinten zubindet.
04.10.09
Mein erster Einsatz
Um mir meinen Lebensunterhalt zu finanzieren arbeite ich bei der Privaten Hauspflege, die in der Schweiz kurz SPITEX heisst. Ich übe zwar keine pflegerische Tätigkeit aus, da ich dafür schlichtweg nicht qualifiziert bin. Nein, ich arbeite als Pikettdienst (Bereitschaftsdienst) in einer Alterwohnsiedlung. Meine Nacht ist am Mittwoch. Seit ich dort arbeite (seit Dezember 2008) hatte ich noch nie einen Notfall oder einen Alarm bei dem ich handeln musste. Zweimal hatte ich Fehlalarm. Alles halb so wild.
Dann am letzten Mittwoch, nachdem gerade die Emergency Room Folge zu Ende war und ich mich gemütlich in mein Bett gekuschelt hatte mit der Absicht einzuschlafen, läutete der Pager! Erst war ich verwundert, dann kam der Adrenalinstoss und ich zog mich hecktisch an, schnappte mir die Tasche und den PP-Schlüssel und machte mich auf zur Wohnung.
In der Wohnung angekommen, stellte ich erstmal erleichtert fest, dass es sich nicht wirklich um einen Notfall handelte. Der Mieter sass auf dem Klo und hatte Probleme beim Stuhlgang und Bauchschmerzen. Ich putzte erst den Boden und zog ihm das Bett neu an. Dann weckte ich meine Chefin via 24h Zentrale in Zürich. Sie meinte ich solle erst den Hausarzt verständigen, dann den Notarzt und wenn gar nichts mehr ginge, die Ambulanz anrufen. Beim Hausarzt kam das Band, welches mich auf den Notarzt verwiess. Der Notarzt der diese Nacht Dientst hatte war die Oberärztin der Notaufnahme in der Nachbarstadt. Die konnte natürlich nicht weg und meinte schroff zu mir, dass ich ihn entweder herbringen soll oder die Ambulanz anrufen. Na Dankeschön! Was macht es für einen Sinn einen Notarzt einzusetzen, der nicht mobil ist?? Versteh ich nicht. Ich versuchte dann noch den Sohn des Mieter anzurufen, aber ihn erreichte ich auch nicht. Schliesslich rief ich die Ambulanz und der nette alte Mann wurde ins Spital gebracht. Wahrscheinlich war es total übertrieben die Ambulanz zu rufen, aber er wollte umbedingt jetzt sofort zum Arzt und diesem Wunsch bin ich gefolgt. Er schien dann auch ganz zufrieden zu sein, als er in eine Decke eingekuschelt auf der Trage lag. Und ich hatte die Gewissheit, dass er gut versorgt wird und mich sicher nicht mehr aus dem Schlaf klingelt. Somit war auch ich zufrieden.
Nach 1.5 h Einsatz lag ich wieder gemütlich in meinem Bett und wurde für den Rest der Nacht nicht mehr gestört. Herrlich!
04.08.09
Orthopäden sind cool!
Am letzten Montag haben uns die Orthopäden des Kantonsspitals Fribourg einen Besuch im Präpkurs abgestattet. Im Gepäck hatten sie thielfixierte Unterschenkel mit Fuss dran. Diese Fixierungsart bewahrt weitgehend die mechanischen Eigenschaften des Gewebes und ist bei Chirurgen sehr beliebt zum lernen und üben. Ich finde diese Fixierung super! Alles ist noch so schön weich, Muskel sind noch rot, alles flexiert und extendiert wie es sollte, einfach herlich. Und sie stinkt nicht so bestialisch. Auch ein sehr angenehmer Nebeneffekt.
Via Videoprojektion zeigte der Chef-Orthopäde die Präparation vor und erklärte die wichtigsten anatomischen Strukturen. Jeder Tisch hatte einen Assistenten aus dem Spital zugeteilt bekommen. Wir hatten wiedermal riesen Glück und die Oberärztin erwischt! Sie war extrem lustig und ging teilweise richtig gewaltätig an das Präparat heran. Sie sah dann jedesmal mit ernstem Blick zu uns hoch und meinte „Im Operationssaal machen wir das genau so!“ Ja klar!
Aber das beste am diesem Nachmittag waren die klinischen Bezüge. Das Ärzte-Team hatte viele Röntgenbilder von OPs dabei, die sie selbst durchgeführt hatten. Teilweise richtig übles Zeug. Beispiel gefällig?
Verbrecher flüchtet vor der Polizei und springt aus dem 4. Stock eines Hauses. Das ist nicht gerade gesund für das Bein, das kann ich euch sagen. Durch den Aufprall bricht die Tibia (Schienbein) und die Bruchstelle schiebt sich in den oberen Knochen.
7-jähriges Mädchen will Vater beim Rasenmähen helfen und hält ihre Ferse unter den Rasenmäher. Ferse ab! Zum Glück war der Knochen nicht betroffen, daher konnten sie die Ferse annähen. Durch das junge Alter der Patientin konnten sich die Nerven in der Ferse regenerieren und sie hat heute eine normale Sensorik im Fuss.
Zugschiene vs. Fuss führte zur Amputation. Auf dem Röntgenbild konnte man keinen einzigen Knochen mehr erkennen. Krass!
Morgen haben wir nochmal Kurs bei den Orthopäden. Dann dreht sich alles um den Arm und die Hand.