07.01.09
Bestanden!
Dieses wunderschöne Wort leuchtete mir fettgedruckt aus meinem Benachrichtigungs-Email entgegen! Anschliessend musste ich spontan durch den Raum tanzen
Ich bin so erleichtert! Damit ist mein erstes Jahr als Medizinstudentin rum. Ich freu mich riesig aufs 3. Semester, in welchem wir unter anderem Nähen lernen. Präparieren wird auch wieder auf dem Stundenplan stehen und sich hauptsächlich mit den Inneren Organen beschäftigen. Auch die Vorlesungen werden sich vermehrt um die Organsysteme drehen.
Ab Montag arbeite ich im Spital und absolviere mein “Häfelipraktikum”. Darüber werde ich sicher viel zu berichten haben. Momentan kühle ich mich tagsüber im Freibad ab und geniesse die lernfrei Zeit.
06.23.09
EMS Test am 3. Juli 09
Am Freitag 3. Juli ist es wieder so weit. Der Numerus Clausus findet statt.
Für die 603 verfügbaren Humanmedizin-Studienplätze haben sich dieses Jahr 2′324 Personen angemeldet, was eine Kapazitätsüberschreitung von 285% darstellt.
Als ich letztes Jahr durch diese Hölle gegangen bin (ja, ich empfand das damals so) stellte der Test für mich eine reine Schikane dar. Ich verstand nicht, wie Politiker und Leute aus dem Gesundheitswesen über einen Ärztemangel jammern konnten und gleichzeitig wurden die Studienplätze beschränkt. Auch heute habe ich auf dieses Dilemma noch keine Antwort gefunden. Es ist momentan leider so und es kann anscheinend nicht geändert werden. Vergleicht man unsere Situation mit Deutschland, sind wir wesentlich besser dran. Nicht viele Menschen würden 5 Jahre auf einen Studienplatz warten.
Als ich mit dem Studium begann hörte ich von Kommilitonen wie die Zustände in Genf und Lausanne aussehen. An diesen Unis findet keine Zulassungsbeschränkung durch den NC statt. Dafür werden die Studenten in der ersten Prüfung ausgesiebt. Das heisst, in Genf werden ca. 500 Studis zugelassen, davon fallen aber ca. 90% durch. Eine Studienkollegin hat das erste Jahr in Genf angefangen und dann abgebrochen. Sie erzählte mir, dass es ein extremes Konkurrenzdenken unter den Studis gibt und die Atmosphäre eisig sei. Wenn man mal eine Vorlesung versäumt habe, könne man nicht davon augehen von einem Kollegen die Notizen zu kriegen. Jeder versuche sich gegenüber den anderen einen Vorteil zu verschaffen um unter den besten 10% zu landen und nicht rausgeprüft zu werden.
Wenn man solche Geschichten hört, ist man dann doch froh, schon vor Studienbeginn als “tauglich” angesehen zu sein. Deshalb an alle die am 3. Juli den Test schreiben:
Ihr schafft das! Tretet dem Test in den Ar…. Hintern! Und solltet ihr bestehen, aber nicht an die gewünschte Uni gekommen sein, macht euch nichts draus! Hauptsache man darf mit dem Studium anfangen!
Prüfungen vorbei…mir ist langweilig…
Am vergangenen Montag hab ich meine letzte Prüfung geschrieben. In zwei Tagen sollte theoretisch das Resultat rauskommen und ich bin schon ganz kribbelig. Eine Angewohnheit die ich immer noch nicht ablegen konnte. Die Prüfung war nicht ganz einfach und weil Statistik schon so mies lief, bin ich jetzt am zittern.
Da ich jetzt wieder sehr viel frei Zeit habe bin ich shoppen gegangen. Zeit für nen neuen Krimi. Mal wieder was nicht-medizinisches lesen. Bei den Kochbüchern stiess ich auf ein lustig aussehendes Buch namens “Skinny Bitch”. Wohl ein amüsant geschriebenes Werk übers Abnehmen und gesunde Ernährung, dachte ich und kaufte es. Die Lernerei hatte mir leider 2 neue Extrakilos beschert und ich war gerade in Abnehm-Stimmung. Daheim angekommen fing ich sofort mit lesen an.
Kapitel 1: Schluss damit
Befasst sich hauptsächlich mit der heiligen Dreifaltigkeit von Abnehmwilligen. Junk Food ist böse, Zucker ist böse, Sport ist gut! Soweit so gut, dachte ich.
Kapitel 2: Die Wahrheit über Kohlenhydrate
Die übliche Leier. Weisses Mehl nicht gut, Vollkorn super! Alles alt bekannt, dachte ich und dann gings los!
Kapitel 4: Die Ekelfleisch-Diät
Dieser charmante Titel bezieht sich natürlich auf die Atkins-Diät. Bei dieser Diät-Form ernährt man sich hauptsächlich von Fett und Fleisch. Die Autorin geht besonders auf die Zustände in Schlachthöfen und Legebatterien ein und wie die Tiere dort behandelt und gefüttert werden. Ich sage euch, von den Beschreibungen wurde mir schlecht. Nach diesem Kapitel dachte ich mir, dass dieses Buch wohl auf eine vegetarische Ernährung abzielen wird. Weit gefehlt. Den in den nächsten Kapiteln wurden die bösen bösen Milchprodukte runtergemacht. Milchprodukte wären nur dazu da um Babies fett zu machen und wir Menschen wären die einzigen Säugetiere, die als Erwachsene noch Milch trinken würden. Zusätzlich zu diesen Vorwürfen kam dazu, dass die böse Milchindustrie die Kühe mit Antibiotika und Medis und anderem ungesunden Zeug vollpumpt und diese Sachen dann in der Milch landen und der Mensch so schädliche Stoffe zu sich nimmt. Bla bla bla….die Frau geht in dem Buch voll ab!
Die Argumente mit den Schadstoffen kann ich ja noch teilweise verstehen. Aber nicht ihre Aussagen über die Kalziumaufnahme im Körper. Sie zitiert mehrere Forschungsarbeiten von Yale, Harvard, Pen State etc. die besagen, dass ein erhöhter Milchprodukte-Konsum sogar dafür sorgen kann, dass Kalzium im Körper abgebaut wird. Ausserdem soll die Osteoporose-Rate in Ländern mit hohem Milchprodukte-Konsum höher sein als z.B. in Afrika. Nur die Masai hätten Osteoporose, da sie Rinder halten und ihre Milch trinken. Aha! Böse Milch!
Eine vegane Ernährung kann vieleicht schon gesund sein. Aber etwas hat mich das letzte Semester gelehrt. In der Blut-Vorlesung haben wir die Anämien durchgenommen und unsere Prof hat uns besonders auf zwei Stoffe aufmerksam gemacht, die für die Blutproduktion essentiell sind. Das wären Vitamin B12 und Folsäure. Der Vitamin B12 Vorrat im Körper reicht für ca. 3 Jahre, der Folsäure Vorrat nur für knapp 1 Monat. Vitamin B12 kommt vor allem in Fleisch vor, grosse Mengen in der Leber. Dieses Vitamin wird für die Thymidin-Synthese benötigt, eine der Basen der DNA. Hat es davon zu wenig, kann keine Zellteilung mehr stattfinden und die Blutproduktion erliegt = Anämie. Naja…daher finde ich eine vegane Ernährung nicht sehr sinnvoll. Ausserdem möchte ich mir die zitierten Forschungsarbeiten selber mal durchlesen bevor ich den Mist über die Milchprodukte glaube.
Ich kauf selten schlechte oder blöde Bücher. Aber Skinny Bitch war definitiv ein Fehlkauf
Gleichzeitig habe ich mir noch “5 Patienten” von Michael Crichton gekauft. Dieses Buch ist sehr gut, wie man es halt von Mr. Crichton gewohnt ist.
06.08.09
First one down!
Heute um 11.20 Uhr hatte ich es hinter mir! Ethik, Gesundheitsrecht und Statistik. In Statistik hab ich total versagt. Wir hatten nur eine Stunde Zeit für 3 Monsteraufgaben mit je 3 Teilaufgaben. Da Klein-Momo eben noch etwas studieren muss wenn es in Richtung Mathe geht, hat die Zeit nicht gereicht und ich Trottel hab sogar die leichteste Aufgabe übersehen und die auch nicht gemacht.
Ethik und Gesundheitsrecht fand ich mehr oder weniger ok. Klar hatte es zum Teil auch Sachen, wo ich sagen musste “What the ……” aber das gibt es doch immer. Ich denke, dass ich vorallem in den Kurzantwortfragen gepunktet habe. Freies Schreiben liegt mir halt immer noch mehr als bloses kreuzen.
Jetzt hab ich eine Woche Zeit um die Statistik aus meinen Gehirnwindungen zu vertreiben und die Anatomie reinzustopfen.
05.22.09
Prüfungszeit startet bald!
Es ist mal wieder so weit. *juhu* Die Prüfungen stehen vor der Tür.
Am 8.Juni darf ich zu Medical Humanities und Statistik antreten und die Woche darauf am 15.Juni zu Anatomie und Organsysteme.
Die letzten zwei Tage hab ich mich mit Statistik abgemüht. Aus purer Faulheit und weil die Vorlesung am Mittwoch Morgen um 8 Uhr stattfand (was für mich bedeutet um 5.40Uhr auzustehen) bin ich sehr selten gegangen. Jetzt durfte ich alles aufarbeiten und hab gemerkt, dass es vielleicht doch von Vorteil gewesen wäre in die Vorlesung zu gehn. Das habe ich dann letzten Mittwoch auch wieder gemacht und es war nicht mal so schlecht. Schlimmer als Statistik zu haben ist Statistik auf Französisch zu haben….naja. Jedenfalls das mit der Statistik sollte jetzt klappen.
Um Medical Humanities mach ich mir auch keine Sorge. Dieses Fach beinhaltet Ethik, Psychosoziale Medizin, Gesundheitsrecht und Patientenkommunikation. Alles Fächer für die man einfach seinen gesunden Menschenverstand einsetzten braucht. Hoffe ich^^
Die zweite Prüfung wird wohl etwas happiger. Anatomie mussten wir glücklicherweise schon während des Semesters viel lernen um die Testate zu bestehen. Repetiert werden muss es trotzdem. Hoffenlich habe ich nicht alles vergessen. Die Organsysteme sollten auch nicht so schwer werden. Die Vorlesung über die Physiologie und Biochemie des Blutes war wirklich super! Die ist auch schon brav zusammengefasst. Jetzt muss ich mir nur noch die Fakten in den Kopf stopfen. ^^
Der Stoffumfang hat im 2. Semester enorm zugenommen. Obwohl ich erneut eine Prüfung nicht schreiben muss. Diese Prüfung macht so ziemlich den Elephantenanteil des Stoffs aus (Biochemie, Bakteriologie, Neurologie und Embryologie) und ich bin wirklich froh, dass ich sie nicht schreiben muss. Ich sehe jeden Tag wie viel Stress meine Kommilitonen haben und sie tun mir extrem leid. Nächstes Semster wird es mir ebenfals so gehn und ich krieg jetzt schon nen Nervenzusammenbruch wenn ich dran denke. -.-
Ok, ich muss lernen!^^
05.19.09
Lego
Bei Monsterdoc und Pharmama stiess ich auf die süssen Legobildchen der beiden Blog-Autoren. Da musste ich natürlich auch gleich eins kreieren.

05.04.09
Präparierkurs zu Ende
Lange haben wir gebannt darauf gewartet und nun ist er schon vorbei. Kurz: Die erste Leiche ist zerlegt.
Heute fand das letzte Testat statt, welches das Ende des Kurses darstellte. Wir hatten nun seit mehreren Wochen kein Testat mehr und die Stoffmenge hatte sich dramatisch aufgetürmt! Am Sonntag musste ich um alles zu schaffen nochmal Vollgas geben. Ich hatte die Menge erneut unterschätzt. Thema waren diesmal die Extremitäten, also Arme mit Hand und Bein mit Fuss. Es ist sehr beeindruckend wie viele kleine, winzige, blöde Muskeln sich in Hand und Fuss verstecken. Andererseits, wenn sie es nicht täten, würden wir nicht so klasse funktionieren. Für den Lernenden eine Bürde, für dem Menschen super!
Das Testat verlief einwandfrei. Ich hatte endlich mal Glück und bekam ein Thema wo ich top vorbereitet war, da ich diese Region präpariert hatte. Die Extensoren des Unterarms und ihre Sehnenfächer. Diese Sehnenfächer machen eigentlich selten Probleme. Bekannter ist, da das Problem des Karpaltunnelsyndroms. Dies tritt auf wenn der Nervus medianus durch eine zu enge Sehnenscheide abgequetscht wird. Dies schmerzt normalerweise ziemlich und man kann auch motorische und sensorische Ausfälle haben. Zum Glück ist dies aber gut operierbar. Man schneidet einfach das Sehnenfach auf und lässt es offen. Damit die Sehne nicht hervortritt wächst mit der Zeit Bindegewebe darüber und der Kanal schliesst sich wieder. Leider kann es passieren, dass die Probleme zurückkommen und man nochmal unters Messer muss. Diese ganzen Ausfallerkrankungen durch Nervenläsionen in den Armen und Händen fand ich sehr spannend. Am Testat wurde ich dann zum Nervus Radialis befragt, da dieser Nerv alle Extensoren (also die Oberseite des Unterarmes) innerviert. (Mit einer Ausnahme^^) Fällt dieser Nerv aus kann man die Hand nicht mehr heben und der Patient zeigt das klinische Bild der “Fallhand”. Je nachdem wo die Verletzung ist z.B. am Oberarm kann auch der ganze Trizeps ausfallen und man kann dann den Arm gar nicht mehr heben.
Fazit: Der Präpkurs war spannend und sehr lehrreich. Manchmal wurde ich etwas von der Stoffmenge überfahren, aber jetzt befindet sich mehr oder weniger alles in meinem Kopf und muss nur noch bis zur grossen Prüfung drinbleiben. Daher heisst es jetzt repetieren, repetieren und verfeinern.
04.26.09
Ein bisschen Statistik
Im Vergleich zu meiner Statistik-Vorlesung an der Uni, die mir enorm auf den Geist geht, finde ich meine Blog-Statistik umso interessanter.
Der Lupus-Beitrag ist am beliebtesten und hat bissher 1′219 Besucher gehabt. Das ist fast die Hälfte aller Besucher, die sich seit Beginn auf meinen Blog verirrt haben, nämlich 2′662. Ich will versuchen bald wieder einen grösseren Beitrag über ein medizinisches Thema zu verfassen. Ich weiss auch schon seit längerem welches, aber die Zeit für Recherche hat mir leider bis jetzt gefehlt. Aber der Beitrag wird kommen. Versprochen.
Zu erwähnen wären da noch die wenigen lustigen Suchbegriffe.
Zugsammelschiene vergessen
Was ist bitteschön eine Zugsammelschiene? Kein Ahnung
Mein Rat, einfach nicht auf den Fuss fallen lassen sonst ist er matsch.
nervöser Vater bei Geburt
Ist glaube ich normal. Hoffe der Sprössling ist schon gesund und munter auf die Welt gekommen.
Geburten im April 2009
Schon wieder ein Geburtensuchbegriff. Hab ich soviel über Geburten gebloggt?
Kittel für Präparierkurs Basel
Ach die lieben Basler-Studis hatten das Problem auch. Wie schön. Wir wussten Anfangs auch nicht wo wir uns die Kittel holen sollen. Daher tragen alle Laborkittel aus der Chemie und nicht die feschen Arztkittel, die man hinten zubindet.
04.10.09
Mein erster Einsatz
Um mir meinen Lebensunterhalt zu finanzieren arbeite ich bei der Privaten Hauspflege, die in der Schweiz kurz SPITEX heisst. Ich übe zwar keine pflegerische Tätigkeit aus, da ich dafür schlichtweg nicht qualifiziert bin. Nein, ich arbeite als Pikettdienst (Bereitschaftsdienst) in einer Alterwohnsiedlung. Meine Nacht ist am Mittwoch. Seit ich dort arbeite (seit Dezember 2008) hatte ich noch nie einen Notfall oder einen Alarm bei dem ich handeln musste. Zweimal hatte ich Fehlalarm. Alles halb so wild.
Dann am letzten Mittwoch, nachdem gerade die Emergency Room Folge zu Ende war und ich mich gemütlich in mein Bett gekuschelt hatte mit der Absicht einzuschlafen, läutete der Pager! Erst war ich verwundert, dann kam der Adrenalinstoss und ich zog mich hecktisch an, schnappte mir die Tasche und den PP-Schlüssel und machte mich auf zur Wohnung.
In der Wohnung angekommen, stellte ich erstmal erleichtert fest, dass es sich nicht wirklich um einen Notfall handelte. Der Mieter sass auf dem Klo und hatte Probleme beim Stuhlgang und Bauchschmerzen. Ich putzte erst den Boden und zog ihm das Bett neu an. Dann weckte ich meine Chefin via 24h Zentrale in Zürich. Sie meinte ich solle erst den Hausarzt verständigen, dann den Notarzt und wenn gar nichts mehr ginge, die Ambulanz anrufen. Beim Hausarzt kam das Band, welches mich auf den Notarzt verwiess. Der Notarzt der diese Nacht Dientst hatte war die Oberärztin der Notaufnahme in der Nachbarstadt. Die konnte natürlich nicht weg und meinte schroff zu mir, dass ich ihn entweder herbringen soll oder die Ambulanz anrufen. Na Dankeschön! Was macht es für einen Sinn einen Notarzt einzusetzen, der nicht mobil ist?? Versteh ich nicht. Ich versuchte dann noch den Sohn des Mieter anzurufen, aber ihn erreichte ich auch nicht. Schliesslich rief ich die Ambulanz und der nette alte Mann wurde ins Spital gebracht. Wahrscheinlich war es total übertrieben die Ambulanz zu rufen, aber er wollte umbedingt jetzt sofort zum Arzt und diesem Wunsch bin ich gefolgt. Er schien dann auch ganz zufrieden zu sein, als er in eine Decke eingekuschelt auf der Trage lag. Und ich hatte die Gewissheit, dass er gut versorgt wird und mich sicher nicht mehr aus dem Schlaf klingelt. Somit war auch ich zufrieden.
Nach 1.5 h Einsatz lag ich wieder gemütlich in meinem Bett und wurde für den Rest der Nacht nicht mehr gestört. Herrlich!
04.08.09
Orthopäden sind cool!
Am letzten Montag haben uns die Orthopäden des Kantonsspitals Fribourg einen Besuch im Präpkurs abgestattet. Im Gepäck hatten sie thielfixierte Unterschenkel mit Fuss dran. Diese Fixierungsart bewahrt weitgehend die mechanischen Eigenschaften des Gewebes und ist bei Chirurgen sehr beliebt zum lernen und üben. Ich finde diese Fixierung super! Alles ist noch so schön weich, Muskel sind noch rot, alles flexiert und extendiert wie es sollte, einfach herlich. Und sie stinkt nicht so bestialisch. Auch ein sehr angenehmer Nebeneffekt.
Via Videoprojektion zeigte der Chef-Orthopäde die Präparation vor und erklärte die wichtigsten anatomischen Strukturen. Jeder Tisch hatte einen Assistenten aus dem Spital zugeteilt bekommen. Wir hatten wiedermal riesen Glück und die Oberärztin erwischt! Sie war extrem lustig und ging teilweise richtig gewaltätig an das Präparat heran. Sie sah dann jedesmal mit ernstem Blick zu uns hoch und meinte “Im Operationssaal machen wir das genau so!” Ja klar!
Aber das beste am diesem Nachmittag waren die klinischen Bezüge. Das Ärzte-Team hatte viele Röntgenbilder von OPs dabei, die sie selbst durchgeführt hatten. Teilweise richtig übles Zeug. Beispiel gefällig?
Verbrecher flüchtet vor der Polizei und springt aus dem 4. Stock eines Hauses. Das ist nicht gerade gesund für das Bein, das kann ich euch sagen. Durch den Aufprall bricht die Tibia (Schienbein) und die Bruchstelle schiebt sich in den oberen Knochen.
7-jähriges Mädchen will Vater beim Rasenmähen helfen und hält ihre Ferse unter den Rasenmäher. Ferse ab! Zum Glück war der Knochen nicht betroffen, daher konnten sie die Ferse annähen. Durch das junge Alter der Patientin konnten sich die Nerven in der Ferse regenerieren und sie hat heute eine normale Sensorik im Fuss.
Zugschiene vs. Fuss führte zur Amputation. Auf dem Röntgenbild konnte man keinen einzigen Knochen mehr erkennen. Krass!
Morgen haben wir nochmal Kurs bei den Orthopäden. Dann dreht sich alles um den Arm und die Hand.